Archive for ‘unsereuni’

15 Februar 2010

Bildungsstreik: FU Berlin geräumt

Hörsaal 1A an der FU Berlin geräumt

Es war das gallische Dorf unter den besetzten Universitäten der BRD: Von den über 50 Hörsälen bundesweit, die in den vergangenen drei Monaten von Studierenden okkupiert wurden, blieb einzig der Hörsaal 1A an der Freien Universität Berlin übrig. Andere Aktivisten mussten in kleinere Räumlichkeiten umziehen oder wurden gewaltsam von der Polizei entfernt.

Doch am Sonntag früh war Schluss. Um 6.20 Uhr kamen Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, um die noch schlafenden Besetzer zum Verlassen des Hörsaals aufzufordern. „Da waren auch weitere Männer dabei, die wie Zivilpolizisten aussahen, aber sie wollten sich nicht ausweisen“, erklärte eine Sprecherin der BesetzerInnen. ( http://bildungsstreik-berlin.de/articles/397-Besetzter_H_rsaal_an_FU_ger_umt_Bildungsstreik_geht_weiter)

Um acht Uhr kam schließlich die Polizei und nahm alle zehn Studierenden fest, die im Hörsaal geblieben waren. Bis Redaktionsschluß waren sie noch in der Gefangenensammelstelle. Unklar war, ob die Universitätsleitung Strafanzeige stellt.

„Es wird kein Zufall sein, dass sie die Räumung am Morgen nach den erfolgreichen Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Dresden, an den sehr viele Studierenden teilnahmen, ansetzten“ sagte ein FU-Student, der sich selbst noch von den Blockaden erholte, als die Räumung stattfand.

Die Besetzung war von einer studentischen Vollversammlung am 11. November beschlossen worden ( http://de.indymedia.org/2009/11/265460.shtml). In den folgenden Monaten fanden zahlreiche Podiumsdiskussionen, Workshops und auch Konzerte im „Freiraum“ mitten im größten Gebäude der FU statt. Die BesetzerInnen nutzten den Hörsaal außerdem, um den Tarifkampf der MitarbeiterInnen des Studentenwerks zu unterstützen ( http://www.revolution.de.com/revolution/0911/mensa/interview.html).

Auch wenn in den deutschen Hörsälen wieder Vorlesungen stattfinden, ist der Protest auf keinen Fall vorbei: Anfang Juni soll der bundesweite Bildungsstreik in die nächste Runde gehen.

von Wladek Flakin – von RIO, der Revolutionären Internationalistischen Organisation – http://www.revolution.de.com

eine kürzere Version des Artikels erschien in der jungen Welt vom 15.2.10 – http://www.jungewelt.de/2010/02-15/019.php

weitere Infos über Bildungsproteste von RIO: http://www.revolution.de.com/themen/bildung.html

von Wladek Flakin bei Indimedia unter CC veröffentlicht.
4 November 2009

Nachricht an die deutschen Studenten aus Österreich #unibrennt

Liebe Studentinnen und Studenten in Deutschland,
in  Österreich  sind  die  Unis  besetzt. Wir  sehen  die  Notwendigkeit,  euch  persönlich  darüber  zu informieren,  was  hier  im Moment  passiert,  da  in  den Medien  nicht  vermittelt wurde,  dass  diese Proteste etwas Neues, nie Dagewesenes sind.
Dieser  Protest  wurde  in  einer  völlig  spontanen  Solidarisierungs-Demonstration  begründet,  keine Studierendenvertretung  oder  Partei  hat  diese  organisiert,  rein  aus  dem  Bewusstwerden  der Bildungsproblematik  heraus  ist  er  entstanden  und  gewachsen. Diesen  reinen Kern,  diesen Motor, spüren wir hinter Allem, was hier geschieht.  Die Studierenden aller Studienrichtungen haben  sich spontan  –  ohne  übergeordnete  Organisation  –  zusammengefunden,  um  gegen  die Studienbedingungen zu protestieren.
Das Ausmaß dieser Aktion ist der Beweis dafür, dass es sich um zentrale Anliegen handelt, die alle europäischen  Studierenden  persönlich  betreffen.  Wir  protestieren,  anders  als  es  die  Medien darstellen, zwar auch gegen die Entscheidungen der österreichischen Regierung, aber vor allem sind wir  grundsätzlich  mit  europaweiten  Tendenzen  wie  der  Ökonomisierung  der  Bildung  und  der Entdemokratisierung  der  Bildungsinstitute  nicht  einverstanden.  Dies  sind  länderübergreifende Probleme,  an  deren  Lösung  wir  als  Studierende  nur  dann  beteiligt  sein  werden,  wenn  auch europaweit protestiert wird.
Der Wille  zur  Selbstbestimmung  der  Studierenden  und  der  Lehrenden  ist  ein  zentrales  Element dieser  Bewegung  in  Österreich.  Deshalb  wurden  Hörsaäle  besetzt,  in  denen  nun  lebendige  und konstruktive Diskussionen stattfinden, an denen sich alle Studierenden jederzeit beteiligen können.  Es  ist wichtig, dass nicht nur protestiert wird, sondern dass Diskussionsräume  jenseits öffentlicher Institutionen  und  etablierter  Plattformen  geschaffen  werden.  In  Österreich  ist  das bundesländerübergreifend bereits passiert. Die Diskussionen und Proteste hier werden anhalten und die  Studierenden  in  Österreich  warten  auf  ihre  deutschen  KommilitonInnen,  um  gemeinsame Probleme offenlegen zu können.
Am  05. November  findet  ein  internationaler  Protestag  statt,  als Warm-Up  für  eine  Protestwoche unter  dem Motto  “Education  is  not  for  Sale”. Die  Studierenden  und  SchülerInnen  in Österreich unterstützen diesen Tag mit einer Großdemonstration.
Wir unterstützen  jede/jeden einzelnen Studierenden, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus,  der mit seinem Bildungsystem unzufrieden ist.
Plenum des besetzten Audimax Wien.
http://unsereuni.at/
http://www.emancipating-education-for-all.org/

Quelle

4 November 2009

Linksammlung #unibrennt #unsereuni

AktionsGemeinschaft Strache: Audimax-Chaoten missbrauchen Studentenanliegen zur Propagierung linksradikaler Weltanschauung

Koordinationsseite im Piratenwiki

Blogparade (at)

Linklos:

  • Osnabrück ist scheinbar kurz vor den ersten Aktionen
  • Klagenfurt um 20:00 in der Aula -> erste Planung oder Besetzung?
  • „heute uni – morgen fh“ – 15 h – FH Joanneum
  • Gerüchte zu Streiks auch in Berlin, Freiburg, Hamburg, Osnabrück, Landau & München!
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