Bildungsstreik: FU Berlin geräumt


Hörsaal 1A an der FU Berlin geräumt

Es war das gallische Dorf unter den besetzten Universitäten der BRD: Von den über 50 Hörsälen bundesweit, die in den vergangenen drei Monaten von Studierenden okkupiert wurden, blieb einzig der Hörsaal 1A an der Freien Universität Berlin übrig. Andere Aktivisten mussten in kleinere Räumlichkeiten umziehen oder wurden gewaltsam von der Polizei entfernt.

Doch am Sonntag früh war Schluss. Um 6.20 Uhr kamen Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, um die noch schlafenden Besetzer zum Verlassen des Hörsaals aufzufordern. „Da waren auch weitere Männer dabei, die wie Zivilpolizisten aussahen, aber sie wollten sich nicht ausweisen“, erklärte eine Sprecherin der BesetzerInnen. ( http://bildungsstreik-berlin.de/articles/397-Besetzter_H_rsaal_an_FU_ger_umt_Bildungsstreik_geht_weiter)

Um acht Uhr kam schließlich die Polizei und nahm alle zehn Studierenden fest, die im Hörsaal geblieben waren. Bis Redaktionsschluß waren sie noch in der Gefangenensammelstelle. Unklar war, ob die Universitätsleitung Strafanzeige stellt.

„Es wird kein Zufall sein, dass sie die Räumung am Morgen nach den erfolgreichen Blockaden gegen den Naziaufmarsch in Dresden, an den sehr viele Studierenden teilnahmen, ansetzten“ sagte ein FU-Student, der sich selbst noch von den Blockaden erholte, als die Räumung stattfand.

Die Besetzung war von einer studentischen Vollversammlung am 11. November beschlossen worden ( http://de.indymedia.org/2009/11/265460.shtml). In den folgenden Monaten fanden zahlreiche Podiumsdiskussionen, Workshops und auch Konzerte im „Freiraum“ mitten im größten Gebäude der FU statt. Die BesetzerInnen nutzten den Hörsaal außerdem, um den Tarifkampf der MitarbeiterInnen des Studentenwerks zu unterstützen ( http://www.revolution.de.com/revolution/0911/mensa/interview.html).

Auch wenn in den deutschen Hörsälen wieder Vorlesungen stattfinden, ist der Protest auf keinen Fall vorbei: Anfang Juni soll der bundesweite Bildungsstreik in die nächste Runde gehen.

von Wladek Flakin – von RIO, der Revolutionären Internationalistischen Organisation – http://www.revolution.de.com

eine kürzere Version des Artikels erschien in der jungen Welt vom 15.2.10 – http://www.jungewelt.de/2010/02-15/019.php

weitere Infos über Bildungsproteste von RIO: http://www.revolution.de.com/themen/bildung.html

von Wladek Flakin bei Indimedia unter CC veröffentlicht.

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