Offener Brief an die Hochschulleitung


Frisch von unsereunibrennt.de

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Huber,
sehr geehrte Hochschulleitung der LMU,

das Plenum im besetzten Auditorium Maximum hat sich an nunmehr zwei Abenden ausführlich mit Ihrem Angebot auseinandergesetzt. Wir begrüßen Ihren Entschluss, mit uns in persönlichen Dialog zu treten, wie Sie es bei Ihrem gemeinsamen Besuch im Plenum am Mittwoch verdeutlicht haben.

Das Plenum begreift dies als einen wichtigen Schritt, den landes- und bundesweiten Protest geschlossen als Lernende und Lehrende voranzutreiben. Entscheidungsfindungen an einen engen zeitlichen Rahmen zu binden, ist für den politischen Handlungsspielraum beider Seiten kontraproduktiv, da basisdemokratische Abstimmungsprozesse und inhaltlich-kompetente Ausarbeitung Zeit erfordern. Wir sehen dringend Erklärungs-, Diskussions- und Verhandlungsbedarf, was Präzisierung und Fristsetzung des Inhalts einiger Angebotspunkte betrifft. In der kommenden Woche würden wir gerne mit Ihnen diesbezüglich einen inhaltlichen Abgleich beider Seiten erzielen.

Wir stimmen alle überein, wie auch von Ihnen in den Punkten 2, 4 und 5 berücksichtigt, dass sich der Protest auf einer höheren Ebene als allein hochschulinternen Veränderungen an der LMU bewegt. Aufgrund des Symbolcharakters für den landesweiten Protest kann die Besetzung nicht endgültig aufgegeben werden und wird geschlossen mit den anderen deutschen Besetzungen andauern, bis eindeutige Zugeständnisse von Seiten der Politik erfolgen. Natürlich freuen wir uns über die Bereitschaft der Hochschulleitung, über Lösungsvorschläge zu sprechen. Das Entgegenkommen einzelner Hochschulen gegenüber ausschließlich ihr zugehörigen Studierenden kann allerdings nicht Grund der Aufhebung der jeweiligen Besetzung sein, da es sich bei diesen um einen integralen Bestandteil des bundesweiten Protests aller Beteiligten am Bildungssystem handelt.

Das Plenum versteht jedoch, dass der Besetzungszustand erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich bringt und vor allem das Studium von MitstudentInnen belastet. Zur Entspannung der Studiensituation für und aus Solidarität mit unseren MitstudentInnen sowie zur Erleichterung des Hochschulbetriebs ist das Plenum deshalb bereit, die sieben wichtigsten Vorlesungen, für die es bisher keine adäquaten Ausweichmöglichkeiten gibt, im Audimax zuzulassen. Wir alle sind daran interessiert, möglichst schnell Lösungen und Veränderungen zu bewirken.

Das Entgegenkommen der Hochschulleitung gegenüber den BesetzerInnen des Audimax der LMU sehen wir als wertvollen Schritt des Dialogs, den wir nun in Anlehnung an Angebotspunkt 6 auf eine intensivere Ebene bringen möchten.

Wir schlagen deshalb vor, gemeinsame Forderungen der BesetzerInnen und der Hochschulleitung der LMU, sowie aller anderen bayerischen Plena und Hochschulleitungen, an die Öffentlichkeit und die Staatsregierung unumgänglich wahrnehmbar zu kommunizieren. Dadurch können wir einen weiteren Schritt aufeinander zu und miteinander als Lernende und Lehrende nach vorne gehen.

Mit freundlichen Grüßen,
die BesetzerInnen des Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität München
i. A. AG Strategie

Die Hochschulleitung findet das wohl nicht so prickelnd.

Siehe auch Klarstellung zur Meldung über Räumung des Audimax auf bild.de

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