Gedruckte Wikipedia: Auf ein Neues?
Bertelsmann will ein “Wikipedia-Kompakt” Buch drucken lassen.
Geplant sind 50.000 Artikel auf 1000 Seiten. Das Buch soll 19.95€ kosten, davon soll 1€ an Wikimedia e.V. gehen.
Voraussichtlich werden nur gekürzte Artikel bzw die Artikeleinleitungen abgedruckt, und selbst das dürfte noch ziemlich eng werden bei 50 Stichwörtern pro Seite.
Laut laut Mathias Schindler wird die Wikipedia durch die Arbeit des Verlages einige Vorteile haben.
Wikipedia profitiert hier in mehrfacher Hinsicht:
1. Die Lexikonredaktion des Verlags wird ihre Arbeit in die Wikipedia zurückfliessen lassen, beispielsweise die Arbeit an den jeweiligen Einleitungsabsätzen.
2. Wir erreichen mehr Leser und möglicherweise auch neue Autoren.
3. Für jedes verkaufte Exemplar fließt ein Euro an Wikimedia.
fragen die sich im Moment noch jedem stellen sind z.B. ob es eine Veröffentlichung in einem computerlesbaren Format (z.B. PDF) geben wird, wie das Problem mit der Auflistung der Bearbeitungshistorie gelöst wird und vor allem, wie die Artikel ausgewählt werden. Viele Personen scheinen auch noch nicht verstanden zu haben, dass JEDER Artikel aus der Wikipedia kopieren und verkaufen darf ohne sogar etwas dafür zu bezahlen, solange er sich an die Lizenz hält. Das hat nichts mit Betrug oder sonst etwas zu tun, das war von Anfang an ein Bestandteil der Planung mit der versucht wurde das gesammelte Wissen so weit wie möglich zu verbreiten.
Mathias Schindler hat auf seiner Benutzerseite eine Unterseite, die sich mit einigen der Probleme befasst.
Links:
- Wikipedia:Einbänder
- Wikimedia: Wikipedia in (German) Book Form
- Wissen|Media.Verlag: Wikipedia goes print
- Heise: Bertelsmann druckt Wikipedia
- derStandard: Bertelsmann bringt gedruckte Version von Wikipedia auf den Markt
- Wikipedistik: Das Wikipedia-Lexikon in einem Band
- Schockwellenreiter: Wikipedia Goes Old Media
- Lesekreis: Bertelsmann druckt Lexikon aus 50 000 Wikipedia-Beiträgen
- on-Student:Bertelsmann und die Wikipedia
- DE:BUG: Wikipedia als Buch soll im Herbst kommen
- Interviews bei audioetage: Verlagsleiterin Dr. Beate Varnhorn, Arne Klempert von Wikimedia
- FAZ: Weniger wissen mit Wikipedia
- FAZ: Wikipedia als Buch
- Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW:Wikipedia-Lexikon in einem Band
- buchreport: Wikipedia goes print
- WhatsMyProblem?: Das Buch Wikipedia
- Beraterblog: Nach der Wikipedia die Sinnflut
- Süddeutsche Zeitung: Bertelsmann will Wikipedia-Lexikon als Buch herausbringen
- Focus: Wikipedia als gedrucktes Buch
- Gulli: Bertelsmann druckt die freie Enzyklopädie
- n-tv: Wikipedia wird gedruckt
- t3n: Bertelsmann druckt Wikipedia-Lexikon
- Netzpolitik: Das Wikipedia-Lexikon wird gedruckt
- WDR: Wikipedia wird gedruckt
- Klaus Graf
YouTube als Verbündeter von Scientology? (update2)
Bei Wikines habe ich gerade einen Bericht gefunden, dass die Accounts der beiden bekannten Scientologykkritiker Tory Christman und Mark Bunker gesperrt wurden.
Von YouTube gab es noch keine Stellungname, weshalb die beiden Accounts gelöscht wurden.
Die Sache ist natürlich in so weit bedenklich, dass YouTube zu Google gehört und das die Frage aufwirft, wie weit Google solche Sachen gut heisst (und vielleicht selbst macht)
Update:
Es gibt ein Interview mit Mark Bunker bei Wikinews.
Update2:
Mark Bunker hat einen neuen Account. Quelle: Presseschauer
Die Musikflatrate kommt
Vor ein paar Tagen hat Sony/BMG verlauten lassen, dass sie darüber nachdenken eine Musikflatrate anzubieten, jetzt kommt Warner und schlägt in eine ähnliche Kerbe. Warner redet momentan noch(?) von einer Kulturflatrate, ob das so bleibt und was davon eingeschlossen wird, ….
Haben die Musikvermarkter endlich kapiert, das der Markt im Umbruch ist und sie was tun müssen bevor ihnen die letzten Felle wegschwimmen?
Wir werden wohl bald sehen, ob das noch rechtzeitig war, oder ob sie doch zu spät waren. Oder ob sie gar so viel falsch machen, wie man es fast schon erwartet.
Ich hoffe ja darauf, dass sie sich irgendwie zusammentun und man (wenn man will!) an einer zentralen Stelle einen moderaten Betrag zahlen kann. Ich fürchte jedoch, dass man am Schluss vor 20 “Flatrates” pro Anbieter steht, für jeden Musikstil eine, alle unterschiedlich teuer, mit unterschiedlichen Verträgen, Vertragslaufzeiten von 48 Monaten (inkl. Zwangsverlängerung) und auf ein Gerät per DRM fixiert. (also alle Verträge mindestens 3 mal, einmal für die Stereoanlage, einmal für den Computer, einmal für das Auto) Wird die Kulturflatrate bedeuten, dass wir für jedes Gerät, dass theoretisch ein Lied abspielen kann pro Monat 20€ zahlen dürfen?
Aber vielleicht irre ich mich auch und bin nur pessimistisch.
In related News:
Marvel (der Comicverlag, der Spinnmänner, Xavers Mutantenstaderl und so weiter verkauft) hat seit einiger Zeit auch eine Comicflatrate, bzw eine Onlinebibliothek, in der man alles lesen kann, was seid mindestens ein paar Wochen in USA gedruckt erhältlich ist. Habe ein wenig in den kostenlosen rumgeschmökert und bin mir sicher, dass ich da dieses Jahr noch Geld lassen werde. -> http://marvel.com/digitalcomics
Wo kann ich in der Wikipedia mitarbeiten?
Der Meister der Wikipediatools hat mich heute in einer Mailingliste auf ein Tool aufmerksam gemacht, das zufällige Artikel analysiert, ob von anderen Artikel Links darauf verweisen, ob die Links dort funktionieren, ob ….
Sehr praktisch, wenn man mal schnell ein paar Sachen korrigieren will. Einfach ein kleines Tool um etwas aufzuräumen.
Der Brockhaus ist tot, lang lebe der Brockhaus!
Wie gerade in allen Medien berichtet wird wird der Brockhaus nicht mehr als x Meter totes Holz im Regal stehen sondern komplett in das Internet wandern. Einige Texte schreiben diesen “Todesstoss” direkt der Wikipedia zu und gratulieren oder verfluchen sie deswegen.
Aber was wird am Schluss wirklich passieren?
Wird der Brockhaus untergehen, weil sich keiner dafür interessiert?
Wird er zu einem “ultrahippen” Web 2.0 Portal mit massenhaft Flashwerbung.
Wird er in jedem Schulbuch verlinkt?
Ich denke nicht, dass er einfach untergehen wird. Er wird ein wenig brauchen, aber dann wieder auf den Stellenwert kommen, den er hatte als noch nicht in jeder Computerzeitschrift die letztjährige Ausgabe der Konkurrenz lag und als die Wikipedia noch unbekannt war. Ich denke, dass sich der neue Onlinebrockhaus zum grössten Konkurrenten für die Wikipedia entwickeln wird und hoffe, dass beide daran wachsen und sich gegenseitig hochziehen und anspornen.
Das ist etwas, das die Wikipedia auch braucht, einen Grund, einen Zwang besser zu werden. Nur so kann das Ziel erreicht werden für jeden Wissen bereitzustellen.
Und nicht zu vergessen, jeder hat nun eine weitere Informationsquelle, die man verwenden kann zum Vergleichen und Verifizieren.
PS:Ich glaube nicht, dass wir uns von der gedruckten Enzyklopädie verabschieden müssen. Sie wird wiederkommen und sei es nur als “Klassik Ausgabe im Jubiläumsjahr”
Wikipediatreffen in München
Heute ist es mal wieder so weit, ein kleines Grüppchen von Wikipedianern trifft sich in München um Pläne zur Weltherrschaft zu erarbeiten. Da das doch eine ziemlich umfassende Aufgabe ist, Treffen wir uns da jetzt schon zum 42. mal, ich denke Heute wird es einige Antworten geben.
Microsoft will Yahoo kaufen
Scheinbar hat Microsoft 44,6 Milliarden $ geboten um Yahoo aufzukaufen, das sind 31$ pro Aktie.
Quellen:
Anonymous: die Hacker, die Scientology in die Knie zwingen wollen…. oder, wer steht hinter Project Chanology
In den letzten paar Tagen ging durch die Presse, dass eine Hackergruppe mit dem Namen “Anonymous” der Scientology den Krieg erklärt hat.
Leider scheint es da einige Fehlinformationen zu geben, die von allen immer wieder kopiert werden oder wegen mangelnder Recherche und entsprechenden Vorbildern für gegeben erachtet werden.
Die erste und schwerwiegendste ist die, dass immer davon ausgegangen wird, dass es sich bei “Anonymous” tatsächlich um einen realen zusammenschluss handelt. Leute die sich Treffen, die einen Anführer haben, einen “geheimen Treffpunkt” (man denke hier an das Baumhaus oder das leere Lagerhaus, welches man selbst mit Freunden in beschlag genommen hat für den eigenen kleinen Geheimbund). Aber das ist Falsch. Wenn man vielleicht von einigen kleinen lokalen Treffen absieht zwischen Freunden, handelt es sich bei “Anonymous” eher um eine Idee oder ein Meme. es handelt sich um eine “Organisation” in der die kleinste Einheit eine einzelne Person ist und im Normalfall ist auch die grösste Einheit nur eine einzelne Person.
Eine von oben gesteuerte Struktur gibt es nicht und ist fast unmöglich zu erschaffen (… sollte es jemand probieren). Es gibt einige Webseiten, wie 4chan, 711chan, EbaumsWorld, YTMND, … in der seid einigen Jahren “herumgeblödelt” wird und auf denen sich eine eher anarchistische Denkrichtung als Gemeinsamkeit herauskristallisiert. Viele der dortigen Benutzer experimentieren schon seid langer Zeit mit Meme, ein Themengebiet, das normalerweise hauptsächlich in der Psychologie und in der Werbebranche z.B. als “Virales Marketing” benutzt wird. Es handelt sich dabei (grob gesagt) um einfache Ideen, die “ansteckend” sind. Ein einziger Satz, der einmal gesagt im Gedächtnis bleibt und den man einfach loswerden will. Beispiele dafür sind z.B. eine Geschichte vom Mark Twain, in der jemand ein kleines Gedicht/Lied hört und von diesem so gepackt ist, dass fast daran stirbt (Wenn ihr jemals jemanden singen hört, dass die Tickets gestempelt werden müssen, haltet die Ohren zu und rennt weg) , die Bierwerbung mit dem Hund vor einigen Jahren (”Immer? Nicht immer, aber immer öfter!”) oder “ultimative Wahrheiten” wie die Regel 34 (”There is Porn of it.” im Kontext besagt sie, dass man im Internet zu JEDEM Thema pornographisches Material finden kann, selbst zu Calvin und Hobbes). In diesem Umfeld bündeln sich Ideen und werden weiter gesponnen. Teilweise nicht einmal von den Beteiligten selbst sondern von Aussenstehenden, die nur einige Bruchstücke davon mitbekommen und diese werden wieder reabsorbiert. Diese Reabsorbierung war im Endeffekt auch Schuld an der “Gründung” von “Anonymous”.
Wo kommt der Name eigentlich her, dies ist ein weiterer “Grundpfeiler” wie diese Organisation funktioniert. Es gibt einige Internetforen, sogenannte Imageboards, die sich stark von normalen Internetforen unterscheiden. Im Normalfall Findet man ein Forum, in dem man ein Thema im Internet sucht und sich dort anmeldet, man sucht sich einen passenden Namen raus, eventuell einen Avatar (ein Bild welches einen repräsentieren soll) und gibt auf einer Profilseite mehr oder weniger viele Informationen über sich an (angefangen von Haarfarbe und Hobbys bis hin zu sexuellen Präferenzen in entsprechenden Foren). Alles was man dort schreibt wird ewig archiviert und auch nach Jahren werden manche Diskussionen wieder aufgewärmt und weitergesponnen. In den Imageboards, die der Ursprung dieser Bewegung sind, ist dies absolut unüblich. Oft werden dort nur eine gewisse Anzahl von Diskussionen zugänglich gemacht, wenn dann eine neue dazukommt, wird diejenige, an der am längsten niemand aktiv teilgenommen hat gelöscht. Dies führt dazu, dass viele Diskussionen nur wenige Tage existieren, in stark frequentierten bereichen sogar nur wenige Minuten. Alles was dort nicht eingängig ist und nicht für viele von Interesse ist, geht dort sofort unter und wird weggespült. Desweiteren ist es oft unüblich (teilweise sogar schlechter Stil!) wenn man sich anmeldet um in diesen Foren zu partizipieren. Dadurch wird jeder Diskussionsbeitrag von dem Benutzer “Anonymous” geschrieben. Dadurch sind handelt es sich nicht wie in einem Forum um mitglieder dieses Forums, sondern um das gleiche Wesen, die gleiche Entität und diese schwappt sogar auf andere Imageboards, die ähnlich strukturiert sind über und kommt wieder zurück, auch wenn die Namen dort teilweise anders sind, aber die Idee an der anonymen Teilname, des Kollektivs bleibt bestehen.
Dieses Kollektiv wird durch einen Jargon, der sich aus den einzelnen Meme gebildet hat natürlich noch verstärkt. Relativ schnell fanden sich auch Leute zusammen, die gleiche Abneigungen hatten und deswegen sogenannte Raids bzw Invasions veranstalteten. Besonders bekannt die gegen Habbo Hotel durchgeführten Raids, in denen sich die Teilnehmer eine Spielfigur erstellten, die hauptsächlich durch eine Afrofrisur hervor stach und sich dann z.B. vor Eingänge stellte um einzelne Räume zu blockieren. Diese Dinge waren natürlich nur sehr begrenzt lustig (hauptsächlich für die Ausführenden) und für die Betroffenen maximal lästig, jedoch waren es die ersten Aktionen aus diesem Bereich, die ohne eine echte Planung nur durch die Idee alleine und die Bekanntgabe eines Datums von einer einzelnen Person ins Rollen kamen.
Diese Aktionen fanden Mediale Aufmerksamkeit, als im Oktober 2006 eine falsche Bombendrohung auftauchte und eine stark übertriebene auf einem der FOX Sendeanstalten in den USA gezeigt wurde. (Youtube) Viele der dort gemachten Aussagen wurden als Meme wieder übernommen.
—-
Wer sich genauer über den Ablauf der geplanten Demonstrationen und Aktionen informieren will, kann bei Google nach dem Begriff “Project Chanology” suchen. Da ich keinen Einfluss habe, was auf den Seiten steht, werde ich hier nichts direkt verlinken, aber ich denke, jeder kann sich über die Suchergebnisse selbst ein Bild machen, was passieren soll, was davon sinnvoll ist, was eventuell illegal und was sich die Beteiligten denken.
Egal welche Seite Ihr vertretet, schaut euch an, was die andere Seite denkt, wer die andere Seite überhaupt ist, versucht zu verstehen und vielleicht sogar zu akzeptieren, was die andere Seite darstellt?
—-
Ok, ich mache hier mal Schluss und werde die Tage weiterschreiben und umstrukturieren, da es auch etwas durcheinander wurde. Für Ergänzungen bin ich natürlich offen.
Und da wir schon dabei sind:
Wikipedia im Bayrischen Fernsehen (update)
Am Freitag den 11.1.2008 ist ein Beitrag mit dem Thema “Wikipedia schlägt Brockhaus online” geplant. Der Beitrag wird im Ramen der Rundschau um 18:45 gesendet. Der Beitrag wird jedoch nur ziemlich kurz sein.
Interviewpartner ist ein aktiver Wikipedianer und politischer Aktivist.
Tja, der Fussball ist wichtiger im deutschen TV, deswegen ist es verschoben. (siehe auch den 3. Kommentar)
Landkarten Einbindung in Wikipedia
Magnus hat vor ein paar Tagen eine weitere “Kleinigkeit” für die Wikipedianer zur Verfügung gestellt, diesmal ist es eine Einbindung von OpenStreetMap in die Wikipedia.
Einzige Voraussetzung um dies zu verwenden, ist ein eigenes Benutzerkonto bei der Wikipedia, da man dies selbst einschalten muss. Nachdem man angemeldet ist einfach auf diese Seite gehen und includePage(’Benutzer:Magnus_Manske/osm.js’); per Copy&Paste einfügen.
Nach dem Speichern kann man in jedem Artikel, in dem Geokoordinaten angegeben sind (z.B. München) in der oberen rechten Ecke einen Link mit der Bezeichnung (OSM) finden. Dieser Aktiviert die Karte.
Auf der Karte selbst werden blaue Fahnen angezeigt, die verlinkte Wikipediaartikel anzeigen, welche ebenfalls eine Karte anzeigen können.
Ich hoffe, dass diese Funktion bald fester Bestandteil der Wikipedia wird, eventuell mit dauerhaft eingeblendeten Karten sogar?



