Archiv für ‘krautchan’

19 April 2010

Krautchan ist im Mülleimer!

Ich habe keine Ahnung, weshalb ich von einigen Leuten als DER Krautchan-Experte angesehen werde und mit eMails zugebombt werde und Suchanfragen wie “wo ist krautchan” “was ist mit krautchan passiert” und “krautchan geht nicht” auf meinem Blog landen  aber nur zur Info, KC ist nicht tot, KC geht es gut (vom üblichen Krebs mal abgesehen) und es gibt auch keinen Squatter auf der Domain von KC.

Die URL hat sich nur etwas geändert und das dürfte sich auch bald wieder erledigen.

So, und nun könnt ihr weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.

Update 20.4.: alles wieder  im alten Zustand.

23 März 2010

Google verbannt Krautchan?

Ich schaue gerade eben auf meine Blogstatistik und wundere mich.

Ich habe massenhaft Zugriffe durch den Suchbegriff “Krautchan”. Ok, an für sich ist das nichts besonderes, da sich doch immer noch viele Leute für das Interview interessieren, aber da kommen doch eher Suchanfragen, die spezieller sind an.

Also was mache ich, ich suche mal bei Google um zu sehen, ob da was besonderes passiert ist, und ja, es ist was passiert, in der deutschsprachigen Suche von Google wird Krautchan nicht mehr angezeigt. Ist weggefallen, futsch, kaputt, tot.

Wenn man auf den Link Google.com in English geht, dann wird die Seite wieder gefunden.

Ob das was mit http://www.chillingeffects.org/notice.cgi?sID=815 zu tun hat, was unten angezeigt wird?

Hat irgendwer genauere Informationen, wie Chilling Effects arbeitet und von welchen Stellen die ihre Meldungen entgegen nehmen? Sehr transparent ist die Sache ja nicht gerade.

*kopfkratz* Ich merke gerade, dass Notice 815 von 2005 ist, so lange ist die Seite definitiv nicht bei Google verschwunden.

28 Juli 2009

Krautchan: Stoppschild gesichtet

Ich schaue vor dem Schlafengehen nochmal schnell in meine Liste mit Suchbegriffen, unter denen ich gefunden werde, und was sehe ich da, nicht Killerspiele, Piratenpartei, Onlinedurchsuchung, Perry Rhodan Crack, Railgun oder Todesstrafe (weshalb mir die letzten Drei überhaupt Besucher bescheren … keine Ahnung aber Google wird schon wissen ob ich da wichtig bin) waren oben.
Nein, die Leute wollen über Krautchan bescheid wissen. Hmm, was war da wohl. Mal schnell auf die Seite gegangen und was sehe ich da, schön gross und rot? ein Stoppschild.

Man könnte jetzt stundenlang über das Stoppschild reden, aber ich bin mir sicher, dass es sich noch(?) um ein Fake handelt. (schreibt das nächste mal eine echte eMailadresse rein, und nicht eine, die auf eine Domain geht, die einem Domaingrabber gehört ;)

(oder hat das BKA wirklich eine falsche Adresse in das Bild eingebaut? *schauder*)

Nähere Infos zu Imageboards (en)

Geblogge und weiteres:

16 März 2009

Interview mit den krautchan-Administratoren zur Amok-Ankündigung

Wie schon bekannt gab es ein Gerücht von oberster Stelle, dass der Amoklauf letzte Woche in der Nacht schon in einem Internetforum angekündigt worden war.

Diese Sache hat sich relativ schnell als Ente herausgestellt, trotzdem hier noch ein kleines Interview mit den Verantwortlichen der entsprechenden Webseite.

Die Fragen habe ich am Sonntagmittag geschrieben und einige Stunden später kamen die Antworten an.

  • Könnt ihr kurz erklären, was für eine Webseite Ihr betreibt und was Ihr mit ihr erreichen wollt.

Krautchan ist ein Imageboard. Die Grundlagen darüber lassen sich zwar auf Wikipedia finden (http://de.wikipedia.org/wiki/Imageboard), aber um es in zwei Sätzen zusammenzufassen: Man lädt Bilder hoch und diskutiert diese. Krautchan ist dabei in Themenbereiche aufgeteilt, wie auch das englischsprachige Vorbild 4chan und das japanischsprachige 2chan: Essen/Kochen, Politik, Computer usw. sowie einer “Alles erlaubt”-(solange es legal ist)-Rubrik, in der der Ton auch schon mal rüder ist.

  • Es ist ja jetzt schon ein paar Tage her, seit dem Amoklauf und dem Gerücht, dass bei euch eine Ankündigung des Anschlags  Wie seid Ihr auf die Ankündigung aufmerksam gemacht worden?

Der belanglose Orginalthread um 2:45 wurde von einem Moderator in der Nacht gesehen und kommentiert. Das Posting in diesem Thread, das den gefälschten Screenshot enthält, leider erst, nachdem Innenminister Rech den Text der Weltöffentlichkeit präsentierte.

  • Sind Euch Fälle bekannt, in denen solche Ankündigungen schon gemacht wurden und wie darauf reagiert wurde?

Auf 4chan kam es 2007 zu einem ähnlichen Vorfall. Ein User behauptete, er würde mit einer Shotgun losziehen und “so viele Leute umbringen wie möglich”. Er wurde als Australier identifiziert und verhaftet. Im Februar 2009 wurde ein Schwede ebenfalls auf 4chan wegen einer solchen Drohung ermittelt, aber wieder entlassen, nachdem er angab, nur “einen Scherz” gemacht zu haben. Großartiges Medienecho konnten beide nicht entfachen.

  • Im Moment habt ihr eure Webseite deaktiviert und es gibt nur noch einen Text auf dem Ihr euch Beschwert, dass viel spekuliert wurde. Hat wirklich niemand mit Euch Kontakt aufgenommen? Weder Presse noch Polizei?

Nachdem der Vater des 17-jährigen aus Bayern die Polizei informierte, verfolgten die “Internet-Experten” der baden-württembergischen Polizei die Anzeige. Als man dann in unserem Board fündig wurde, schien die Existenz eines Screenshots ausreichend zu sein, um die Presse zu informieren und der aufgewühlten Öffentlichkeit schnellstmöglich ein Tatmotiv präsentieren zu können. Das Ärgerliche: Leider wurde dabei versäumt, sich vorher an uns als Administratoren zu wenden und uns um eine Stellungnahme oder Log-Files zu bitten, die schnell Klärung hätten bringen können.
Nach den ersten Berichten der Pressekonferenz knickte Krautchan nach ca. 20 Minuten später aufgrund des Ansturms ein. Die Zwischenzeit nutzte nur die London Times, die uns Rückfragen zur PK per Mail zukommen ließ. Die restliche Medienlandschaft brachte alleinig das, was ihnen auf der PK souffliert wurde. Erst nach und nach kamen einzelne Redakteure auf uns zu und baten uns um Informationen von unserem Standpunkt aus. Diese Informationen sind inzwischen auf mehreren Nachrichtenseiten in die Berichte eingeflossen.

  • Es gab kurz nach dem Amoklauf schon die verschiedensten Schuldzuweisungen, angefangen von Killerspielen, Pornofilmen, Horrorfilmen, … Wollt ihr dazu einen Kommentar abgeben?

Es ist sicherlich klar, dass dauerhafter Konsum solcher Medienprodukte nicht gesund für die Psyche eines Heranwachsenden sein können, überschätzen sollte man es aber auch nicht. Für die Öffentlichkeit ist es aber natürlich erst einmal beruhigend, mit dem Finger auf “Killerspiele”, “den schlechten Einfluss des Internets” und “Horrorfilme” zeigen zu können. Das geschieht aber meist aus der Ohnmacht heraus, als Erwachsener nicht nachvollziehen zu können, welche Faszination solche Dinge auf Jugendliche teilweise haben. Durch sensationsgierige Berichterstattung der Medien sind in vielen Fällen “Feindbilder” geschaffen worden, die besorgten Eltern einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen sollen, aber nicht objektiv informieren.

  • Jetzt kam relativ frisch die Aussage, dass das Internet zensiert werden muss, weil der Täter Killerspiele aus dem Internet heruntergeladen hat, was könnt ihr dazu sagen?

Mit Verboten zu reagieren ist meistens keine ideale Lösung, da dadurch eher die Augen vor einem Problem verschlossen werden, anstatt es zu lösen. Als Politiker ist man mit einer “Allrounder”-Lösung wie einem Verbot natürlich gut und zweckmäßig bedient, dennoch sollte in der Gesellschaft mehr über den Stand des Internets in der Öffentlichkeit und dessen mögliche Gefahren sachlich diskutiert werden. Leider sind viele Menschen nicht ausreichend darüber informiert, wie das Internet aufgebaut ist und funktioniert, was eine großflächige Diskussion erschwert.

  • Habt ihr noch abschliessende Worte?

Anstatt sich darüber das Maul zu zerreißen, dass K. am Vorabend “Far Cry 2″ gespielt hat, sollte man lieber diskutieren, warum ein Jugendlicher sich (wie Zeugenaussagen seiner Mitschüler gezeigt haben) jahrelang ausgeschlossen und gemobbt gefühlt hat. Dass er und die Täter vor ihm sich an niemanden mit ihren Problemen wenden konnten oder wollten und keinen anderen Ausweg mehr außer einem Amoklauf sahen, ist deutlich beunruhigender als das “Schreckgespenst Killerspiel”.
Desweiteren sind uns die anfänglichen Ermittlungsfehler und Behauptungen der Polizei und das darauffolgende Hin und Her in der Presse unangenehm aufgestoßen. Das hat alles dramatischer werden lassen, als es hätte sein müssen.

Weitere Interviews:

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