Archiv für ‘imageboard’

19 April 2010

Krautchan ist im Mülleimer!

Ich habe keine Ahnung, weshalb ich von einigen Leuten als DER Krautchan-Experte angesehen werde und mit eMails zugebombt werde und Suchanfragen wie “wo ist krautchan” “was ist mit krautchan passiert” und “krautchan geht nicht” auf meinem Blog landen  aber nur zur Info, KC ist nicht tot, KC geht es gut (vom üblichen Krebs mal abgesehen) und es gibt auch keinen Squatter auf der Domain von KC.

Die URL hat sich nur etwas geändert und das dürfte sich auch bald wieder erledigen.

So, und nun könnt ihr weitergehen, es gibt hier nichts zu sehen.

Update 20.4.: alles wieder  im alten Zustand.

23 März 2010

Google verbannt Krautchan?

Ich schaue gerade eben auf meine Blogstatistik und wundere mich.

Ich habe massenhaft Zugriffe durch den Suchbegriff “Krautchan”. Ok, an für sich ist das nichts besonderes, da sich doch immer noch viele Leute für das Interview interessieren, aber da kommen doch eher Suchanfragen, die spezieller sind an.

Also was mache ich, ich suche mal bei Google um zu sehen, ob da was besonderes passiert ist, und ja, es ist was passiert, in der deutschsprachigen Suche von Google wird Krautchan nicht mehr angezeigt. Ist weggefallen, futsch, kaputt, tot.

Wenn man auf den Link Google.com in English geht, dann wird die Seite wieder gefunden.

Ob das was mit http://www.chillingeffects.org/notice.cgi?sID=815 zu tun hat, was unten angezeigt wird?

Hat irgendwer genauere Informationen, wie Chilling Effects arbeitet und von welchen Stellen die ihre Meldungen entgegen nehmen? Sehr transparent ist die Sache ja nicht gerade.

*kopfkratz* Ich merke gerade, dass Notice 815 von 2005 ist, so lange ist die Seite definitiv nicht bei Google verschwunden.

28 Juli 2009

Krautchan: Stoppschild gesichtet

Ich schaue vor dem Schlafengehen nochmal schnell in meine Liste mit Suchbegriffen, unter denen ich gefunden werde, und was sehe ich da, nicht Killerspiele, Piratenpartei, Onlinedurchsuchung, Perry Rhodan Crack, Railgun oder Todesstrafe (weshalb mir die letzten Drei überhaupt Besucher bescheren … keine Ahnung aber Google wird schon wissen ob ich da wichtig bin) waren oben.
Nein, die Leute wollen über Krautchan bescheid wissen. Hmm, was war da wohl. Mal schnell auf die Seite gegangen und was sehe ich da, schön gross und rot? ein Stoppschild.

Man könnte jetzt stundenlang über das Stoppschild reden, aber ich bin mir sicher, dass es sich noch(?) um ein Fake handelt. (schreibt das nächste mal eine echte eMailadresse rein, und nicht eine, die auf eine Domain geht, die einem Domaingrabber gehört ;)

(oder hat das BKA wirklich eine falsche Adresse in das Bild eingebaut? *schauder*)

Nähere Infos zu Imageboards (en)

Geblogge und weiteres:

2 Mai 2009

Wikipedia vs Time:World’s Most Influential Person 2008

Die Piratenpartei braucht noch Unterschriften, damit sie an den Bundestagswahlen teilnehmen kann

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So, mal sehen wie lange sich ein Stub über die “World’s Most Influential Person 2008″ in der deutschsprachigen Wikipedia hält.

Er ist klein, hat Quellen und geht um eine Internetpersönlichkeit.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moot_(Person)

Artikeltext (V1.0)

moot, echter Name Christopher Poole[1] ist der Administrator des Imageboards 4chan, das er 2003 mit 15 Jahren gründete. Er war als Redner zu verschiedenen Konferenzen eingeladen, wie z.B. der re:publica’09[2] . Er wurde Ende April 2009 von Time zur “World’s Most Influential Person 2008″ [3] ernannt.

Quellen

  1. http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1821435-2,00.html
  2. Text zu moot auf der re:publica
  3. Time: The World’s Most Influential Person Is…

Artikel eingestellt:13:45, 2. Mai 2009

16 März 2009

Interview mit den krautchan-Administratoren zur Amok-Ankündigung

Wie schon bekannt gab es ein Gerücht von oberster Stelle, dass der Amoklauf letzte Woche in der Nacht schon in einem Internetforum angekündigt worden war.

Diese Sache hat sich relativ schnell als Ente herausgestellt, trotzdem hier noch ein kleines Interview mit den Verantwortlichen der entsprechenden Webseite.

Die Fragen habe ich am Sonntagmittag geschrieben und einige Stunden später kamen die Antworten an.

  • Könnt ihr kurz erklären, was für eine Webseite Ihr betreibt und was Ihr mit ihr erreichen wollt.

Krautchan ist ein Imageboard. Die Grundlagen darüber lassen sich zwar auf Wikipedia finden (http://de.wikipedia.org/wiki/Imageboard), aber um es in zwei Sätzen zusammenzufassen: Man lädt Bilder hoch und diskutiert diese. Krautchan ist dabei in Themenbereiche aufgeteilt, wie auch das englischsprachige Vorbild 4chan und das japanischsprachige 2chan: Essen/Kochen, Politik, Computer usw. sowie einer “Alles erlaubt”-(solange es legal ist)-Rubrik, in der der Ton auch schon mal rüder ist.

  • Es ist ja jetzt schon ein paar Tage her, seit dem Amoklauf und dem Gerücht, dass bei euch eine Ankündigung des Anschlags  Wie seid Ihr auf die Ankündigung aufmerksam gemacht worden?

Der belanglose Orginalthread um 2:45 wurde von einem Moderator in der Nacht gesehen und kommentiert. Das Posting in diesem Thread, das den gefälschten Screenshot enthält, leider erst, nachdem Innenminister Rech den Text der Weltöffentlichkeit präsentierte.

  • Sind Euch Fälle bekannt, in denen solche Ankündigungen schon gemacht wurden und wie darauf reagiert wurde?

Auf 4chan kam es 2007 zu einem ähnlichen Vorfall. Ein User behauptete, er würde mit einer Shotgun losziehen und “so viele Leute umbringen wie möglich”. Er wurde als Australier identifiziert und verhaftet. Im Februar 2009 wurde ein Schwede ebenfalls auf 4chan wegen einer solchen Drohung ermittelt, aber wieder entlassen, nachdem er angab, nur “einen Scherz” gemacht zu haben. Großartiges Medienecho konnten beide nicht entfachen.

  • Im Moment habt ihr eure Webseite deaktiviert und es gibt nur noch einen Text auf dem Ihr euch Beschwert, dass viel spekuliert wurde. Hat wirklich niemand mit Euch Kontakt aufgenommen? Weder Presse noch Polizei?

Nachdem der Vater des 17-jährigen aus Bayern die Polizei informierte, verfolgten die “Internet-Experten” der baden-württembergischen Polizei die Anzeige. Als man dann in unserem Board fündig wurde, schien die Existenz eines Screenshots ausreichend zu sein, um die Presse zu informieren und der aufgewühlten Öffentlichkeit schnellstmöglich ein Tatmotiv präsentieren zu können. Das Ärgerliche: Leider wurde dabei versäumt, sich vorher an uns als Administratoren zu wenden und uns um eine Stellungnahme oder Log-Files zu bitten, die schnell Klärung hätten bringen können.
Nach den ersten Berichten der Pressekonferenz knickte Krautchan nach ca. 20 Minuten später aufgrund des Ansturms ein. Die Zwischenzeit nutzte nur die London Times, die uns Rückfragen zur PK per Mail zukommen ließ. Die restliche Medienlandschaft brachte alleinig das, was ihnen auf der PK souffliert wurde. Erst nach und nach kamen einzelne Redakteure auf uns zu und baten uns um Informationen von unserem Standpunkt aus. Diese Informationen sind inzwischen auf mehreren Nachrichtenseiten in die Berichte eingeflossen.

  • Es gab kurz nach dem Amoklauf schon die verschiedensten Schuldzuweisungen, angefangen von Killerspielen, Pornofilmen, Horrorfilmen, … Wollt ihr dazu einen Kommentar abgeben?

Es ist sicherlich klar, dass dauerhafter Konsum solcher Medienprodukte nicht gesund für die Psyche eines Heranwachsenden sein können, überschätzen sollte man es aber auch nicht. Für die Öffentlichkeit ist es aber natürlich erst einmal beruhigend, mit dem Finger auf “Killerspiele”, “den schlechten Einfluss des Internets” und “Horrorfilme” zeigen zu können. Das geschieht aber meist aus der Ohnmacht heraus, als Erwachsener nicht nachvollziehen zu können, welche Faszination solche Dinge auf Jugendliche teilweise haben. Durch sensationsgierige Berichterstattung der Medien sind in vielen Fällen “Feindbilder” geschaffen worden, die besorgten Eltern einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen sollen, aber nicht objektiv informieren.

  • Jetzt kam relativ frisch die Aussage, dass das Internet zensiert werden muss, weil der Täter Killerspiele aus dem Internet heruntergeladen hat, was könnt ihr dazu sagen?

Mit Verboten zu reagieren ist meistens keine ideale Lösung, da dadurch eher die Augen vor einem Problem verschlossen werden, anstatt es zu lösen. Als Politiker ist man mit einer “Allrounder”-Lösung wie einem Verbot natürlich gut und zweckmäßig bedient, dennoch sollte in der Gesellschaft mehr über den Stand des Internets in der Öffentlichkeit und dessen mögliche Gefahren sachlich diskutiert werden. Leider sind viele Menschen nicht ausreichend darüber informiert, wie das Internet aufgebaut ist und funktioniert, was eine großflächige Diskussion erschwert.

  • Habt ihr noch abschliessende Worte?

Anstatt sich darüber das Maul zu zerreißen, dass K. am Vorabend “Far Cry 2″ gespielt hat, sollte man lieber diskutieren, warum ein Jugendlicher sich (wie Zeugenaussagen seiner Mitschüler gezeigt haben) jahrelang ausgeschlossen und gemobbt gefühlt hat. Dass er und die Täter vor ihm sich an niemanden mit ihren Problemen wenden konnten oder wollten und keinen anderen Ausweg mehr außer einem Amoklauf sahen, ist deutlich beunruhigender als das “Schreckgespenst Killerspiel”.
Desweiteren sind uns die anfänglichen Ermittlungsfehler und Behauptungen der Polizei und das darauffolgende Hin und Her in der Presse unangenehm aufgestoßen. Das hat alles dramatischer werden lassen, als es hätte sein müssen.

Weitere Interviews:

13 März 2009

Die Falschmeldung über Ankündigung des Amoklaufs

Auf der Webseite der Welt findet man einen Artikel über die angebliche Ankündigung des Amoklaufes.

Alleine der Zitatteil, der auch im Radio kam, “Bilder oder nie passiert” hätte mir ja sagen sollen, dass es irgendein xyz-chan ist und die Ernsthaftigkeit der Aussage anzweifeln lassen müssen. Gut, so war die Sache wenigstens nur ein Shop und es muss sich keiner Vorwürfe machen, dass nicht reagiert wurde.

Zitat von der entsprechenden Webseite:

Qualitätsjournalismus

Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen.

Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.

Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger.

Was man übrigens auf dem PC des Täters gefunden haben will, wissen wir nicht. Vielleicht hat er die Site mal besucht, den durch die Presse gegangenen Beitrag hat er jedenfalls nicht verfasst, denn der hat nie existiert.

(Hier ist ein Screenshot des ziemlich unspektakulären Originals, das absolut nichts mit Amokläufen zu tun hat.)

Wie dem auch sei, wir sind offline, bis der Traffic sich normalisiert hat.

Wer uns immer noch nicht glaubt, kann mal in den Google Cache schauen, und die Post-ID vergleichen.

Quality journalism

Unfortunately, our tiny server can’t handle the current rush. There’s nothing to see anyway, since the German press was unfortunately fooled (and probably not for the first time either) by a forgery.

No killing spree was announced here, there are only people who know how to use Photoshop.

Apparently, researching is considered uncool nowadays. It’s bad enough to copy from Wikipedia, but from here? Christ.

By the way, we don’t know what exactly the authorities claim to have found on the perpetrator’s PC. Maybe he visited the site, but he definitely didn’t write the post that went through the news, because that one never existed.

(Here’s a screenshot of the quite unspectacular original, which doesn’t have anything whatsoever to do with killing sprees.)

In any case, we’re offline until traffic has gone back to normal levels.

Those who still don’t believe us may want to have a look at the Google Cache and compare the post-ID.

Bei dem “Ratschlagzwerg” scheint es sich um ein Bild aus dem Spiel Slaves to Armok II: Dwarf Fortress zu handeln. Das Bild selbst scheint ein kleineres Mem auf dem Imageboard zu sein, von der Struktur her zu vergleichen mit den Lolcats.

Also, weitergehen, es gibt hier nichts mehr zu sehen.

Update: doch, es gibt noch etwas zu sehen, und zwar den Bekennerbrief des Fälschers.  (aber ob der wahr ist steht natürlich auch auf einem ganz anderen Blatt, und inzwischen ist der wohl nicht mehr lesbar?) Und hier noch ein Interview mit ihm.

Update 2:

inzwischen (Sonntag der 15.3.) wurde der Text auf der Seite erweitert um:

Wir möchten auch nochmal klarstellen, dass hier im Gegensatz zu den Unterstellungen diverser sogenannter Internet-Experten nichts gelöscht wurde, wir haben lediglich die Forensoftware offline genommen, da unser Server wie bereits gesagt nicht in der Lage ist, die momentanen Anfragen zu bedienen. Da aber so viel Interesse an dem besagten Thread besteht, haben wir ihn hier zur Verfügung gestellt. Bitte beachten, dass die Forenfunktionalität zurzeit nicht zur Verfügung steht und deshalb einige der Buttons und Links auf der Seite Fehlermeldungen liefern. Auch hat uns übrigens als Betreiber des Servers bisher außer der London Times niemand kontaktiert und um Informationen gebeten. Nicht eine einzige Anfrage. Stattdessen hat man lieber in der Öffentlichkeit seine Spekulationen verbreitet und es uns überlassen, diese zu finden und darauf zu antworten.

We also want to clarfiy again that contrary to the claims of several so-called internet experts, nothing was deleted here. We merely took the forums software offline, because as already explained, our server can’t handle the current amount of requests. But since there’s so much interest in the thread in question, we’ve provided it here. Please note that the forums functionality is currently unavailable and therefore clicking some buttons and links on the page will produce error messages. Also, up to now nobody except the London Times has contacted us as the operators of the server and asked for information. Not a single inquiry. Instead, people preferred to spread their speculations in public and left it to us to find them and respond to them.

Update 3: Ab Montag, den 16.03.2008 findet man nun dieses Statement auf der Webseite, das andere (erweiterte ist nicht mehr zu finden):

Das letzte Wort (hoffentlich)

Danke für die zahlreichen E-Mails. Entgegen meinen Erwartungen war nicht eine Hassmail dabei. Das Internet überrascht einen eben immer wieder, gerade wenn man glaubt, man hat alles gesehen. (Aber ich bin mir sicher, der Zauber wird in dem Augenblick enden, in dem ich das hier online stelle.)

Inzwischen wurden wohl alle Fragen beantwortet. Aber falls jemand die Sache komplett verschlafen hat, hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Person A postet um 2:45 Uhr nachts einen harmlosen Beitrag auf Krautchan.
  • Person B läuft am nächsten Tag in einer Schule Amok.
  • Person C stellt unter Verwendung des Beitrags von Person A einen gefälschten Screenshot her, der suggeriert, Person B hätte sein Vorhaben auf Krautchan angekündigt. Diese Fälschung postet Person C auf Krautchan, um die anwesenden User zu trollen, wie es dort häufig vorkommt.
  • Person D findet auf Krautchan den besagten Screenshot und hält ihn für echt, obwohl der Originalbeitrag, der offensichtlich als Vorlage gedient hat, noch auf der Site abrufbar ist und völlig anders aussieht. Ungeachtet der Tatsache, dass Krautchan als Quelle für beliebige Informationen ungefähr so glaubwürdig ist wie das MAD-Magazin oder Titanic, meldet er seinen Fund der Polizei.
  • Die Polizei nimmt grundsätzlich alles ernst.
  • Polizei und Presse scheinen sich darüber einig zu sein, dass man zuerst veröffentlichen und dann (vielleicht) Fragen stellen sollte. Scheinbar handelt es sich um eine dringende Angelegenheit, obwohl der Täter längst nicht mehr unter uns weilt und die Betroffenen genug Sorgen haben.
  • Nichtsahnenden Bernds fällt die Kinnlade herunter, als plötzlich ein hochrangiger Politiker in der Tagesschau einen Text mit üblichem Krautchan-Slang verliest.
  • Die Site wird namentlich in mehreren Berichten erwähnt und bricht alsbald unter der Last zusammen.
  • Man versucht, den Leuten zu erklären, dass es sich um eine Fälschung handelt. Mit Kommunikationsproblemen.
  • Die Presse und diverse Blogger zweifeln als erste.
  • Die Polizei und der besagte Politiker sind sich aber nach wie vor ganz sicher.
  • Man argumentiert weiter.
  • Allmählich wird allen Beteiligten klar, dass es sich tatsächlich um eine Fälschung handelt.
  • Der Politiker muss sein Statement revidieren, jedoch sei die krasse Fehleinschätzung der Echtheit der Ankündigung nicht so wichtig, sondern es komme vielmehr darauf an, dass Humor immer geschmackvoll sein muss.
  • Man beginnt die üblichen Diskussionen darüber, was man denn beim nächsten Mal tun sollte, wenn jemand einen Amoklauf im Internet ankündigt. Ungeachtet dessen, dass es ja nicht einmal eine Ankündigung gegeben hat.

Im Grunde könnten jetzt alle nach Hause gehen und sich wieder anderen, wichtigeren Dingen widmen. Wie beispielsweise dem Privatleben von Paris Hilton.

The final word (hopefully)

Thanks for the numerous e-mails. Contrary to my expectations, they included no hate mail at all. The Internet keeps surprising you, just when you think you’ve seen it all. (But I’m sure the spell will be broken the moment I put this online.)

By now, all questions should have been answered. But in case somebody slept through the whole thing, here’s a short summary:

  • At 2:45 am, Person A makes a harmless post on Krautchan.
  • Person B shoots up a school the next day.
  • Person C creates a fake screenshot, using person A’s post as a template, suggesting that person B announced his plans on Krautchan. Person C posts his forgery on Krautchan with the intent of trolling the other users, as is regularly done there.
  • Person D finds the screenshot in question on Krautchan and thinks it’s authentic, even though the original post that was obviously used in the creation is still available on the site and looks completely different. Regardless of the fact that Krautchan as a source for any kind of information is as reliable as the MAD magazine, he reports his findings to the police.
  • The police takes everything seriously.
  • Police and press apparently agree that they should publish first and (maybe) ask questions later. It seems that this is a really urgent matter, even though the perpetrator isn’t among us anymore and the concerned people have enough worries as is.
  • The jaws of unsuspecting Bernds drop when they see a high ranking politician read a text full of Krautchan slang on the national news.
  • The site is mentioned by name in several reports and soon collapses under the load.
  • Efforts are made to explain that it’s just a fake. With communication problems.
  • The press and some bloggers are the first to voice doubts.
  • However, the police and the aforementioned politician are still totally convinced.
  • More explanations are provided.
  • Gradually, everybody involved realizes that it’s really a forgery.
  • The politician has to revise his statement, however, he thinks that the gross misjudgment of authenticity isn’t really that important, but what really counts is that humor always has to be tasteful.
  • The usual debates about what should be done the next time somebody announces a shool shooting on the Internet begin. Even though there hasn’t even been a real announcement.

So basically, everybody can go home now and spend their time on really important things again, like for example the private life of Paris Hilton.

Siehe auch mein Interview mit den Betreibern von Krautchan zu dem Thema.

15 April 2008

Anonymous: typisch Deutsch

Am letzten Samstag war ja zum dritten Mal die Demonstration gegen Scientology.

Es scheint doch noch einigen Streit zu geben, ob es jetzt gegen die Organisation oder gegen die Religion selbst geht habe ich das Gefühl. Das macht mir doch etwas Kopfzerbrechen, jeder sollte an das glauben dürfen, an das er glauben will. Dass man die Organisation nicht haben möchte kann ich verstehen, was man so in den Medien mitbekommt über sie, ist “selten” was gutes, die einzige Ausnahmen sind die selbstverfassten  Pressemitteilungen, nach denen Scientology abwechselnd unterdrückt wird, oder als einziger weltweiter Heilsbringer existiert.

Aber das nur mal so nebenbei. Inzwischen scheinen die Medien in Deutschland auch auf die Sache aufmerksam zu wurden. Dass bei Computermagazinen Berichte dazu erscheinen, wundert nicht wirklich (z.B. Heise), aber ein Bericht im Heute Journal dürfte schon als “Epic Win” gelten denke ich.

Es bleibt jetzt eigentlich nur eine Frage, wie es weiter geht, wird sich diese Gruppierung weiterhin auf Scientology beschränken, oder gibt es früher oder später ein “lustigeres” Ziel?  Wird ihnen die Lust vergehen und die Sache langsam einschlafen?

An das baldige einschlafen der Sache glaube ich weniger, wenn man bedenkt, dass in Deutschland wirklich typisch Deutsch gehandelt wurde, es wurde ein Verein gegründet. Ja, die Truppe V-Masken Tragender hat sich zusammengesetzt und einen Verein gegründet, mit Pressemitteilung und allem. Alles was noch fehlt ist eine Vereinsregister-Nummer, bei der steht noch etwas von ” Verein in Gründung – Nummer wird noch zugewiesen”. Zumindest bei dieser Abspaltung(?) von Anonymous muss man wohl keine Angst haben, dass sie  von Heute auf Morgen anfangen böse zu werden (laut Scientology sind sie es wohl schon, aber davon mal abgesehen).

Auf Seiten wie chanology.de steht schon der nächste Termin und ich denke, dass die Aktion mindestens bis zum 5.11. weiter laufen werden. Und wenn es nur darum geht, auf der Strasse mit diesen Masken rumzulaufen und “remember, remember the fifth of november” zu gröhlen. (hoffentlich aber ohne explodierende Parlamente)

Bis dahin dürfte man wohl einmal im Monat kostenlosen Kuchen geschenkt bekommen.

PS:faszinierend finde ich noch, dass in Berlin den Demonstranten erlaubt wurde Masken zu tragen (siehe Vermummungsverbot)

26 März 2008

LA Times: You have been RICKROLLED

Die LA Times hat ein Interview mit Rick Astley geführt zu dem Phänomen Rickroll, welches das Internet geistert und bei den Protesten gegen Scientology im Moment auch immer wieder im “echten Leben” auftaucht.

Ich bin echt gespannt, wann es soweit ist, dass das Lied wieder in der Hitparade auftaucht.

Dazu auch noch ein kleiner Link auf XKCD (und beachtet das Mouseover, wer es nicht versteht, dem schicke ich gerne den entsprechenden Link)

10 Februar 2008

Anonymous gegen Scientology

Heute, am Geburtstag der am 5.12.1995 verstorbenen Lisa McPherson, finden weltweit Proteste gegen Scientology statt.

In Deutschland ist es was die Presse angeht noch sehr ruhig, ich habe bisher erst 3 Berichte gefunden.

Was ich jedoch merkwürdig finde ist, dass diese Berichte, obwohl schon mehrere Stunden alt, nicht bei Google News gelistet werden. Mich interessiert, wann die ersten Verschwörungstheorien deswegen kommen.

In Australien, wo der Tag ja schon etwas früher angefangen hat, scheinen die Demonstrationen alle friedlich abgelaufen zu sein.

Siehe auch: http://piratenblog.wordpress.com/category/anonymous/

31 Januar 2008

Anonymous: die Hacker, die Scientology in die Knie zwingen wollen…. oder, wer steht hinter Project Chanology

In den letzten paar Tagen ging durch die Presse, dass eine Hackergruppe mit dem Namen “Anonymous” der Scientology den Krieg erklärt hat.

Leider scheint es da einige Fehlinformationen zu geben, die von allen immer wieder kopiert werden oder wegen mangelnder Recherche und entsprechenden Vorbildern für gegeben erachtet werden.

Die erste und schwerwiegendste ist die, dass immer davon ausgegangen wird, dass es sich bei “Anonymous” tatsächlich um einen realen zusammenschluss handelt. Leute die sich Treffen, die einen Anführer haben, einen “geheimen Treffpunkt” (man denke hier an das Baumhaus oder das leere Lagerhaus, welches man selbst mit Freunden in beschlag genommen hat für den eigenen kleinen Geheimbund). Aber das ist Falsch. Wenn man vielleicht von einigen kleinen lokalen Treffen absieht zwischen Freunden, handelt es sich bei “Anonymous” eher um eine Idee oder ein Meme. es handelt sich um eine “Organisation” in der die kleinste Einheit eine einzelne Person ist und im Normalfall ist auch die grösste Einheit nur eine einzelne Person.

Eine von oben gesteuerte Struktur gibt es nicht und ist fast unmöglich zu erschaffen (… sollte es jemand probieren). Es gibt einige Webseiten, wie 4chan, 711chan, EbaumsWorld, YTMND, … in der seid einigen Jahren “herumgeblödelt” wird und auf denen sich eine eher anarchistische Denkrichtung als Gemeinsamkeit herauskristallisiert. Viele der dortigen Benutzer experimentieren schon seid langer Zeit mit Meme, ein Themengebiet, das normalerweise hauptsächlich in der Psychologie und in der Werbebranche z.B. als “Virales Marketing” benutzt wird. Es handelt sich dabei (grob gesagt) um einfache Ideen, die “ansteckend” sind. Ein einziger Satz, der einmal gesagt im Gedächtnis bleibt und den man einfach loswerden will. Beispiele dafür sind z.B. eine Geschichte vom Mark Twain, in der jemand ein kleines Gedicht/Lied hört und von diesem so gepackt ist, dass fast daran stirbt (Wenn ihr jemals jemanden singen hört, dass die Tickets gestempelt werden müssen, haltet die Ohren zu und rennt weg) , die Bierwerbung mit dem Hund vor einigen Jahren (“Immer? Nicht immer, aber immer öfter!”) oder “ultimative Wahrheiten” wie die Regel 34 (“There is Porn of it.” im Kontext besagt sie, dass man im Internet zu JEDEM Thema pornographisches Material finden kann, selbst zu Calvin und Hobbes). In diesem Umfeld bündeln sich Ideen und werden weiter gesponnen. Teilweise nicht einmal von den Beteiligten selbst sondern von Aussenstehenden, die nur einige Bruchstücke davon mitbekommen und diese werden wieder reabsorbiert. Diese Reabsorbierung war im Endeffekt auch Schuld an der “Gründung” von “Anonymous”.

Wo kommt der Name eigentlich her, dies ist ein weiterer “Grundpfeiler” wie diese Organisation funktioniert. Es gibt einige Internetforen, sogenannte Imageboards, die sich stark von normalen Internetforen unterscheiden. Im Normalfall Findet man ein Forum, in dem man ein Thema im Internet sucht und sich dort anmeldet, man sucht sich einen passenden Namen raus, eventuell einen Avatar (ein Bild welches einen repräsentieren soll) und gibt auf einer Profilseite mehr oder weniger viele Informationen über sich an (angefangen von Haarfarbe und Hobbys bis hin zu sexuellen Präferenzen in entsprechenden Foren). Alles was man dort schreibt wird ewig archiviert und auch nach Jahren werden manche Diskussionen wieder aufgewärmt und weitergesponnen. In den Imageboards, die der Ursprung dieser Bewegung sind, ist dies absolut unüblich. Oft werden dort nur eine gewisse Anzahl von Diskussionen zugänglich gemacht, wenn dann eine neue dazukommt, wird diejenige, an der am längsten niemand aktiv teilgenommen hat gelöscht. Dies führt dazu, dass viele Diskussionen nur wenige Tage existieren, in stark frequentierten bereichen sogar nur wenige Minuten. Alles was dort nicht eingängig ist und nicht für viele von Interesse ist, geht dort sofort unter und wird weggespült. Desweiteren ist es oft unüblich (teilweise sogar schlechter Stil!) wenn man sich anmeldet um in diesen Foren zu partizipieren. Dadurch wird jeder Diskussionsbeitrag von dem Benutzer “Anonymous” geschrieben. Dadurch sind handelt es sich nicht wie in einem Forum um mitglieder dieses Forums, sondern um das gleiche Wesen, die gleiche Entität und diese schwappt sogar auf andere Imageboards, die ähnlich strukturiert sind über und kommt wieder zurück, auch wenn die Namen dort teilweise anders sind, aber die Idee an der anonymen Teilname, des Kollektivs bleibt bestehen.

Dieses Kollektiv wird durch einen Jargon, der sich aus den einzelnen Meme gebildet hat natürlich noch verstärkt. Relativ schnell fanden sich auch Leute zusammen, die gleiche Abneigungen hatten und deswegen sogenannte Raids bzw Invasions veranstalteten. Besonders bekannt die gegen Habbo Hotel durchgeführten Raids, in denen sich die Teilnehmer eine Spielfigur erstellten, die hauptsächlich durch eine Afrofrisur hervor stach und sich dann z.B. vor Eingänge stellte um einzelne Räume zu blockieren. Diese Dinge waren natürlich nur sehr begrenzt lustig (hauptsächlich für die Ausführenden) und für die Betroffenen maximal lästig, jedoch waren es die ersten Aktionen aus diesem Bereich, die ohne eine echte Planung nur durch die Idee alleine und die Bekanntgabe eines Datums von einer einzelnen Person ins Rollen kamen.

Diese Aktionen fanden Mediale Aufmerksamkeit, als im Oktober 2006 eine falsche Bombendrohung auftauchte und eine stark übertriebene auf einem der FOX Sendeanstalten in den USA gezeigt wurde. (Youtube) Viele der dort gemachten Aussagen wurden als Meme wieder übernommen.

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Wer sich genauer über den Ablauf der geplanten Demonstrationen und Aktionen informieren will, kann bei Google nach dem Begriff “Project Chanology” suchen. Da ich keinen Einfluss habe, was auf den Seiten steht, werde ich hier nichts direkt verlinken, aber ich denke, jeder kann sich über die Suchergebnisse selbst ein Bild machen, was passieren soll, was davon sinnvoll ist, was eventuell illegal und was sich die Beteiligten denken.

Egal welche Seite Ihr vertretet, schaut euch an, was die andere Seite denkt, wer die andere Seite überhaupt ist, versucht zu verstehen und vielleicht sogar zu akzeptieren, was die andere Seite darstellt?

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