Analyse der “Unter den Linden” Diskussion


Bei Freitag gibt es eine Analyse der Diskussion die auf Phoenix lief.

Herab gebrochen ist das Problem solche einer Diskussion zum grössten Teil der Unterschied zwischen Gesellschaftswissenschaftlich-geisteswissenschaftliche Bildung und technisch-mathematische Intelligenz. Zwei Einstellungen/Lebensarten/Philosophien, die nicht kompatibel sind.

Ich denke, das ist das grösste Problem, das unsere Partei hat, wir sind zu sehr Techniker und zu wenig Gebrauchtwagenverkäufer um in der Politik ernst genommen zu werden.

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12 Kommentare to “Analyse der “Unter den Linden” Diskussion”

  1. Was benötigt wird ist mehr Transparenz im Sinne von Aufklärung.

    Gesellschafts-/Geisteswissenschaften und mathematisch-technische Ansätze sind durchaus kompatibel, benötigen aber eben “Übersetzer” und Schnittstellen, die Kommunikation ermöglichen.

    Die Piraten haben ein Ziel, das denjenigen klar ist, die sich eh schon mehr oder minder aktiv in der Materie befinden.

    Die Herausforderung wird es sein, auch fachfremden und generationsübergreifenden Empfängern sie Sinnhaftigkeit der Ziele zu verdeutlichen.

    Und meiner Meinung nach kann/muss man sich da aller Mittel bedienen: Den Gesellschafts-/Geisteswissenschaften, wie auch der Ökonomie und Logik und eben auch einer gesunden Prise Selbstvermarktung.

    Die Ansätze sind meiner Meinung nach alle vorhanden. Jetzt beginnt die hase des Feinschliffs.

  2. Ich glaube schon, dass man da auch mit der technischen Sichtweise hätte punkten können. Im Grunde sehe ich das Phoenix-Interview als perfektes Lehrvideo. Jeder, der in Zukunft ein Interview zu geben hat sollte sich den Beitrag ansehen und sich kurze Statements oder Erwiederungen zu jedem gefallenen Satz zurechtlegen. Man muss Phoenix ja zugute halten, dass so ziemlich jedes Thema kurz angeschnitten wurde, nur kam Dirk Hillbrecht kaum hinterher. Immer wenn er sich auf ein Thema eingestellt hatte (und es waren ja durchaus gute Statements von ihm dabei) wurd er von seinen Gesprächspartnern geschickt auf ein anderes umgeleitet. Genug Angriffsfläche war bei seinen Gesprächspartnern auf jeden Fall vorhanden (teilweise richtig erschreckend …), nur braucht es eine Menge Erfahrung (oder notfalls tagelange Vorbereitung) um dort auch anzusetzen.

  3. Ich bezweifle die Inkompatibilität von technischer und geisteswissenschaftlicher Bildung. Und ordentliche Rhetorik gehört nun einmal dazu, wenn man Politik machen möchte, zum einen, um die eigenen Argumente passend vermitteln zu können, zum anderen, um sich gegen unfaire rhetorische Tricks der Gegenseite wehren zu können.

    Das als Gebrauchtwagenverkäufertum abzutun ist unangemessen. Und ihr solltet dem lieben Dirk entweder eine wirklich ordentliche Rhetorikschule verpassen, oder für die öffentlichen Auftritte jemand anderen suchen.

  4. @andreas
    ich habe diese inkompatibilität leider schon oft genug festgestellt.

    es fängt dabei an, dass leute mit einem technischen hintergrund bei anforderungen einen zettel abliefern, auf dem 100% steht was sie brauchen damit alles funktioniert, die “andere seite” sieht das dann aber immer als verhandlungsbasis an und es ist da oft nicht zu vermitteln, dass hier keine verhandlung gemacht werden soll sondern genau das gebraucht wird.

    und das ist nicht nur, wenn geldknappheit herrscht, es ist einfach ein unterschiedliches denken dahinter. deswegen auch meine etwas herabsetzende bezeichnung “gebrauchtwagenhändler”

    das mit der rethorik ist das gleiche problem, unter technikern braucht es das nicht, das wir nur klartext geredet, wenn da etwas nicht passt ist die maschine kaputt, rhetorik ist da schädlich. (rhetorik im sinne von “ich will mich/mein ziel verkaufen”)

  5. @piratenblog: Dann solltet ihr aber mal ganz schnell anfangen, zu begreifen, daß die Gesellschaft und die Politik keine Maschine ist, sondern ein soziales System mit interpersoneller Kommunikation. Daß ihr möglicherweise richtige Argumente habt, wird belanglos bleiben, wenn ihr nicht in der Lage seid, diese zu vermitteln.

    Und kommt bitte von dem Film runter, Rhetorik sei etwas pauschal schlechtes, und nur ein Mittel, um Debatten durch Tricks zu gewinnen. Rhetorik ist die Kunst, Argumente dem Zuhörer zugänglich zu machen. Und gerade im Falle der Anliegen der Piratenpartei wird es von essenzieller Bedeutung sein, einem technisch nicht vorgebildeten Publikum diese Argumente zu vermitteln.

    Klar kann man sich jetzt auf den Standpunkt stellen, der Moderator sei parteiisch gewesen, und überhaupt beide Gesprächspartner viel erfahrener in öffentlichen Debatten. Nur: durch Jammern gewinnt man keine Wahlen.

  6. In diesem Punkt stimme ich Andreas definitiv zu.

    Da besteht Handlungsbedarf und das ist auch ein Teil dessen, was ich mit Feinschliff meinte.

    Information muss dem System entsprechend “verpackt” und präsentiert werden.

    Die Erfahrung, sich in öffentlichen Debatten verbal zu behaupten, kommt mit der Zeit, sofern man gewillt ist, sich darauf einzulassen.

    Das sind sicherlich keine trivialen Aufgaben, die der Partei und den Mitgliedern bevorstehen, aber meiner Meinung sind sie unabdingbar, wenn ein Bestehen gesichert werden soll.

  7. Ich weiß net ob von euch jemand gestern die Sendung auf Phönix gesehen hat. Wo der CDU-Abgeordnete Prof. Rupert Scholz da war. Ich muss schon sagen das der Prof. Rupert Scholz und der Christoph Minhoff überhaupt mal kein Plan von der Sache hatte das sie gestern die ganze zeit dem Herrn Dirk Hillbrecht kaum zur aussprache kommen liesen da sie angeblich alles besser wissen als Dirk Hillbrecht. Vor allem das mit der Zensur wo ich dem Herr Dir Hillbrecht recht geben muss man sollte wirklich bei Uploader anfangen sollen die Sachen zulöschen und den Verhaften und nicht den Empfänger. Weil ich denke Wenn man die Uploader solcher Sachen zu Verhaftet bekommt dann kann der jenige der die Sachen haben will auch nie bekommen. Wo ich ganz genau auf die Kinderpornographischen Sachen zusprechen komme. Ich bin fest der Ansicht das unsere Bundesregierung uns nur was vor machen will und nur die kontrolle über das Internet bekommen möchten damit sie sämtliche Seiten die ihnen nicht gefallen einfach so löschen oder auf die Polizei umleiten können. Obwohl das ja nach dem Grundgesetztverletzung der Privatsfähre ist und da hört es ja auf mit solchen dingen wenn das soweiter geht Wandere ich aus weil ich denk mal das auf solche sachen keiner von euch bock drauf hat.

    Mit freundlichen Grüßen
    Mario

  8. Ein klarer Fall von Lampenfieber

    Dirk Hillbrecht wirkte von Beginn an etwas angespannt, was nicht verwunderlich ist bei einem so großen Medien Auftritt, dass hat man vor allem an der hektischen Redeart erkennen können.
    Leider ist er dann in eine Art Defensivstellung verfallen und versuchte lediglich sich gegen die Argumentation der Gegenseite, die aus dem CDU Mann und dem Moderator bestand, zur Wehr zu setzten.
    In der Politik ist Defensive eigentlich niemals gut, vielmehr hätte er die vielen Angriffs Punkte, welche die Gegenseite darbot, aus nutzten sollen und Beispielsweise auf die Verfassungs Problematik welche dieses Gesetzt aufwirft eingehen müssen und Didaktische Fehler der Gegenseite ausnutzten um ihre Position ins Fragwürdige zu ziehen.
    Beispielsweise als in einem Satz des CDU Politikers aus “Kinderpornographie” nur noch “Pornographie” wurde, war hier Angriffsfläche gegeben, eine zwischen Frage der Art:”Entschuldigung, aber wollen sie nun doch die Sperre aus weiten?” hätte den CDU Mann direkt aus seinem Redefluss geworfen.

    Insgesamt muss man jedoch zugeben, dass die Situation von Dirk Hillbrecht denkbar schwer war, es ist eben nicht einfach seine Argumente, seien sie auch noch so Plausibel und Gut, gegen einen Erfahrenen CDU Mann und einen Moderator glaubhaft dar zu legen, zu mal diese Schlicht durch Emotionalisierung und schlichte Falschdarstellung die Argumente Dirk Hillbrecht’s platt gewalzt haben.

    Wollen wir hoffen dass die Piraten Partei aus diesem Debakel lernt und beim nächsten mal ihre Argumente besser einbringen kann.

  9. Vielleicht hilft euch diese Sichtweise weiter.

    Man kann Menschen und deren Sozialsysteme im Grunde auch mit einer Maschine vergleichen. Und auch hier gibt es “Programmiersprachen”, mit denen man Ziele erreichen und Probleme beseitigen kann.

    Betrachtet das mal ganz rational ohne irgendwelche “Ich will aber niemanden manipulieren”-Vorurteile. Im Grunde seid ihr die Systemadministratoren, die gerade versuchen, das Firmennetzwerk gegen böse Cracker zu verteidigen, die gerade aktiv einen Angriff durchführen.
    Ihr müsst also “gegenmanipulieren” – und hier meine ich die ursprüngliche Bedeutung des Wortes, sprich: mit gezielten “Handgriffen” gegensteuern.

    Schaut auf die Fehler und Sicherheitslücken. Kein guter Entwickler schreibt “ins Blaue” ein Programm und schiebt es aufs Livesystem, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben, ob das denn auch alles so funktioniert – geschweige denn, es getestet zu haben.

    Genau das ist aber leider das, was ihr in dieser Fernsehsendung gemacht habt. Jedem Programmierer hättet ihr dafür einen Arschtritt gegeben, aber weil’s ja um Rhetorik geht, ist da halt eine “Inkompatibilität”.

    Also, Leute. Habt mal die Eier, zuzugeben, dass der Auftritt echt vermurkst war, dass ihr miserabel vorbereitet wart und echt Mist gebaut habt. Und dann tut genau das, was ihr euch auf die Fahnen geschrieben habt: Ändert es…

  10. Ich habe die Sendung auf Phoenix leider nicht verfolgt. Aber ich kann mir vorstellen, wie das abgelaufen ist. Schade.

    Was die Glaubwürdigkeit und Seriosität der Piratenpartei angeht, gibt es in einigen Bereichen Probleme.

    Für mich persönlich stellt sich die größte Gefahr in der Aufnahme weiterer politischer Themen dar, die nicht zu unseren Kernthemen passen und innerhalb der Piraten auch auf unterstem intellektuellen Niveau diskutiert werden, zu Flügelbildung führen und uns in das politische Spektrum nach dem Schema links/rechts usw. einordnen. Die Piratenpartei sollte insbesondere aufpassen, dass sie sich nicht durch Themen kapern lässt, die man in ihrem Populismus und Inhalt dort angesiedelt sieht, wo sich sonst Sahra Wagenknecht mit ihrer kommunistischen Plattform bewegt. Wer mal einen genaueren Blick ins Forum und Wiki wirft und dort den Ausführungen folgt, kann schnell zu diesem Eindruck kommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auch in der Öffentlichkeit (negativ) wahrgenommen wird. Ich kenne andere Piraten, denen das auch schon negativ aufgestoßen ist.

    Der Bundesparteitag wird hier entscheidend sein. Welche Themen machen uns aus? Das sollte jeder im Blick behalten.

    Wie ich schon im Forum geschrieben habe, ist Politik Überzeugungsarbeit. Dazu fehlen dieser Partei in weiten Teilen noch die Voraussetzungen.

    p.s.: Ich bin Mitglied im Landesverband Hamburg

  11. Ich stimme da auch mit Andreas überein. Ich bezweifle stark, dass die behauptete “Inkompatibilität” unüberwindbar ist. Gerade durch die Bezeichnung als “Gebrauchtwagenverkäufer” werden die Geisteswissenschaftler imho diskreditiert.

    Ich bin weder Geisteswissenschaftler noch Techniker und ich finde es ärgerlich, wenn auf beiden Seiten immer wieder Ressentiments gepflegt werden, statt mal zu versuchen über den Zaun zu schauen und zumindest zu versuchen, zu verstehen, wie der andere tickt. Es ist doch offensichtlich, dass es in gesellschaftlichen und politischen Fragen nicht die absolute Wahrheit und die immer richtige Position gibt. Politik ist keine Naturwissenschaft. Wenn die Piratenpartei jetzt nicht realisiert, dass es nicht reicht, nur technokratisch korrekt aufzutreten, wird sie sich nicht weiterentwickeln können und wirklich etwas bewegen. Ich will um Gottes willen keinen “Rudi Dutschke 2.0″, wie es gestern jemand twitterte, aber ein kämpferischeres, weniger gemäßigtes Auftreten wäre doch wünschenswert gewesen.

    Wir sollten das gestrige Interview als Lehrstück sehen und daraus lernen, wie es besser zu machen ist. Auch wenn der Moderator voreingenommen war und das Setting alles Anderes als angenehm für Hillbrecht, ist doch gerade das ein Grund zum Weiterkämpfen. Die Zuschauerzahl war außer den üblichen Verdächtigen sicher nicht allzu hoch, insofern ist da noch kein allzu großer Schaden entstanden. Jetzt müssen wir gegensteuern. Ich fordere Rhetorikseminare und offline Diskussionskreise für Piraten :D

    Und nein, Rhetorik ist nicht böse! :) Sie ist nur ein Mittel, um die Ziele den Menschen besser vermitteln zu können. Dass sie auch für Manipulation missbraucht werden kann, steht außer Frage. Aber sie deswegen nicht zu verwenden, wäre schlichtweg dumm.
    Sonst müsstet ihr auch solche auf Emotionen anspielende Videos (die das hier: http://www.youtube.com/watch?v=MsXf8yt6QQA ) verurteilen.

    Sorry, falls das jetzt alles ein wenig undifferenziert rüberkommt, aber musste einfach mal raus ;)

    P.S. Noch immer kein Pirat, aber immer kürzer davor ;)

  12. > Ich denke, das ist das grösste Problem, das unsere Partei hat, wir sind zu sehr Techniker und zu wenig Gebrauchtwagenverkäufer um in der Politik ernst genommen zu werden.

    Wir Techniker sind aber mehr als genug um etwas zu bewegen. Und wieviele Techniker gibts es da draussen die unpolitisch sind (Ich kenne mehr als genug) ? (auch aus Ablehnung der Schwätzer in der Politik)
    Deswegen ist es so wichtig diese als erstes zu erreichen.
    Denen zu zeigen da gibt es eine Partei wo ihresgleichen sitzen…

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