Archiv für März, 2009

März 26, 2009

Test: Bildschirmreiniger vom ALDI

Ein kleines Mittagspausenposting.

Bei Aldi (Süd) gibt es gerade für 1.99 einen Bildschirmreiniger 250ml mit Microfasertuch. Marke ist ZEKOL, ist mir jetzt nicht bekannt.

Mein Bildschirm ist endlich wieder sauber, von daher bin ich zufrieden. Das Microfasertuch ist jedoch sehr fusselig und die Fasern scheinen sich zu verklumpen. Dürfte aber keine Probleme machen.

Die Flüssigkeit kann man scheinbar ziemlich sparsam verwenden.

März 25, 2009

Piraten Barcamp

Ganz stilecht in Hamburg planen einige Mitglieder der Piratenpartei im Sommer ein Barcamp.

Genaueres ist noch nicht bekannt, aber das ist bei einem Barcamp ja auch nicht soo schlimm.

Mal sehen, ob ich Zeit haben werde, ich war bisher erst auf einem, letzten Herbst in München, und fand das sehr interessant. Habe dort auch gleich einen Vortrag über die ganzen Schwesterprojekte der Wikipedia gehalten. Hatte mich nur vollkommen mit der Zeit verplant und da ich ziemlich am Ende lag und gleichzeitig Robert einen Vortrag hielt war bei mir nicht mehr so viel los.

Anmelden kann man sich hier: http://piratencamp.mixxt.de/

März 24, 2009

Wikimedia, einige News

So, es gibt einen neuen Vorstand, wurde mal wieder tüchtig durchgemischt die Besatzung. Ich wünsche den Neuen und Alten viel Erfolg, es ist ein grosses Schiff, welches ihr inzwischen steuern dürft, aber ich bin mir sicher, ihr packt das.

Der Spiegel berichtet über das Wikipedia Schulprojekt. Eine wichtige Sache, nicht nur, weil die Wikipedia oft kritiklos verwendet wird, sondern auch, weil diese Kritiklosigkeit von den Nutzern auch bei anderen Medien Anwendung findet. Und im Gegensatz zu einem kommerziellen Produkt hat es die Wikipedia (bzw der Verein) hier natürlich relativ einfach. Man kann durch eine Kritik an sich selbst hier nichts kaputt machen, nur aufbauen, da der Mitarbeiterkreis nicht geschlossen ist. Jeder der die Probleme sieht ist ein potentieller Helfer. Ein komerzielles Produkt könnte durch eine umfassende Kritik an sich selbst kaputt gehen.

Und die  Deutschen Fotothek stellt 250.000 Bilder unter einer CC Lizenz zur Verfügung. (cc-by-sa) In einigen Medien wurde fälschlicherweise geschrieben, dass die Bilder der Wikipedia zur Verfügung gestellt wurdne, das stimmt so aber nicht ganz, da diese Bilder nun für alle Menschen zur Verfügung gestellt wurden.

März 24, 2009

Und wann landen die Killerspiele auf dem Scheiterhaufen?

Und wieder eine Aktion nach dem Motto „wir verbieten mal schnell was und stehen dann wie Heilige da“. In Stuttgart sollte am Wochenende ein Turnier der Electronic Sports League stattfinden. Das wurde jetzt verboten, weil es ja offensichtlich ist, dass der Amokläufer vor einigen Tagen keinerlei irgendwie gearteten Probleme hatte, ein perfektes Leben führte und nie Kontakt mit irgendwelchen Waffen kam, bis er Counter-Strike in seine Finger bekam und daraufhin mit seiner Maus Leute umbrachte.

Macht es wirklich Sinn so eine Veranstaltung zu verbieten?

Wir haben hier einen Verein mit 900.000 Mitgliedern. Ist da jetzt die Angst da, dass die alle losgehen und sich durch die Stadt metzeln? Oder will hier doch nur jemand die Schuld an der Tat auf das einfache Ziel lenken?

Ich denke, da will sich nur wieder jemand ins Rampenlicht stellen, in dem er eine öffentlichkeits/breitenwirksame Aktion macht. Es kommt da niemandem drauf an, was die Familien fühlen oder was den Amoklauf ausgelöst hat. Es geht nur noch darum, dass man im Rampenlicht steht und Beifall einheimst. (gerade hat mir jemand ins Ohr geflüstert, dass der entsprechende Bürgermeister seit einiger Zeit nicht mehr so beliebt sei, aber das ist nur 2. Hand)

Echte Lösungen für das Problem zu finden würde 5 Minuten nachdenken brauchen und Geld. Da ist ein Verbot einer Veranstaltung doch um vieles einfacher.

Dass in den nächsten Monaten einige Schützenvereine in der Umgebung Wettbewerbe und Einführungsveranstaltungen für Jugendliche halten, kümmert zum Glück niemanden.

Links: Piratenpartei-Bayern, Golem, FR-Online, gulli, heise

Bei Golem gibt es noch ein Statement der ESL zu dem Verbot mit der Aussage, dass die Stadt keinerlei Dialog gesucht hat.

März 24, 2009

BasicThinking, wie jetzt?

Ich hatte BasicThinking ja immer wieder gerne gelesen. Nur nach dem Weggang von Robert, naja, irgend etwas passt mir nicht so recht. Es ist auch nicht so, dass ich sagen kann, sein neues Blog ist das, was BasicThinking früher war.

BasicThinking ist irgendwie flacher geworden kommt mir vor, es fehlt der Pep, es ist zu wenig „Durchlauferhitzer“, etwas was Robert ja wirklich gut machen konnte. Aber scheinbar, ist die Vergangenheitsform hier die einzig korrekte Form. Was ich im Moment so von ihm lese ist irgendwie, es ist ein „dem Hänschen Müller sein Onlinetagebuch“. Belanglos. Ohne Ziel.

Bei Robert werde ich wohl immer seltener vorbeischauen, immer wieder mal, in der Hoffnung, dass sich das bessert, aber ob die Hoffnung erfüllt wird? (siehe auch robertbasic.com und tryopensource.info, die aber doch eher spezialisiert sind*)

Bei BT werde ich wohl noch regelmässiger Gast sein, da auch ab und an mal was kommt, das in meine Richtung geht, wie z.B. die Artikel über den 1984-Staat oder die Zeit Sonderausgabe von ATTAC.

MEEDIA hat da vor ein paar Tagen einen Artikel geschrieben, wer jetzt Basics Erben sein werden, kann ihnen da grob zustimmen, auch wenn nicht alle dort gelisteten meinem Geschmack entsprechen, aber das ist auch gut so. Ich schaue bei den Meisten mal rein, aber nur Udo wird von mir eigentlich täglich angeklickt.

Naja, zum Abschluss noch der Kommentar, dass sich bei mir wohl auch bald einiges am Blog ändern wird. Ich werde zwar nicht hier erscheinen, aber träumen kann man ja noch ;)

*es gibt scheinbar einen weiteren Robert Basic und ich bin darauf reingefallen. Sorry.

März 23, 2009

Hunderte deutsche Killerspieler sollen im Sommer in den Knast wandern!

Aber nur zu einer LAN-Party.

http://www.knastlan.de/

Bin kein LAN Gänger, werde es wohl auch nie sein, aber so eine Idee finde ich schon relativ amüsant.

März 22, 2009

Das Interview mit dem Burkaträger (Teil 2)

Gerade kam noch eine Mail von dem Burka-Man bei mir an:

Mich hat eben die Antwort eines weiteren Beobachters erreicht:

  • Kannst du dich mal kurz vorstellen, wer du bist und was du so machst.

Ich bin selbstständiger Diplom-Informatiker aus München.

  • Bist du schon länger aktiv oder war das eine einmalige Aktion?

Dies war eine einmalige Aktion.

  • Was ist die Burka für dich. Ist sie ein Symbol, eine Fessel, ein Schutz, Fremdartigkeit, Witzobjekt?

Ein Symbol für Unterdrückung der Frau in islamischen Gesellschaften.

  • Wie stehst du zu Dingen wie dem Kopftuchverbot (ich bin hier etwas ungebildet und erweitere es mal um ein Burkaverbot)

Hm, das gibt es an Schulen, nicht? Ist aus meiner Sicht in Ordnung, wenn es sich gleichberechtigt auf alle religiösen Symbole bezieht.

  • Was war das Ziel deiner Aktion?

Der Burkaträger wollte wohl die Reaktionen der Öffentlichkeit testen. Für mich war dies eine willkommene Gelegenheit, eine Einschätzung zu bekommen, womit ich rechnen muß, wenn ich ähnliche Techniken zum Zwecke der Erschwerung von Überwachung einsetze.

  • Wie lief die Aktion ab?

Wir trafen uns im botanischen Garten, liefen von dort zum Stachus, besuchten den Stand der Piratenpartei, der Burkaträger hob an einem Geldautomaten Geld ab, besuchte verschiedene Geschäfte, unter anderem Saturn und Beate Uhse, und begab sich dann über den Marienplatz und die „Mauer“ oberhalb des Viktualienmarktes zum Erebus. Von dort fuhren wir dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln (U-Bahn und Bus) nach Hause.

  • Wie war der Polizeiauftritt am Schluss.

Auf dem Marienplatz wurde der Burkaträger von Polizisten angehalten, die seine Personalien feststellen wollten und meinten, sie seien von mehreren Passanten die Terrorismus befürchteten, aufmerksam gemacht worden. Die Polizisten legten Wert darauf, nicht nur das Gesicht zu sehen sondern den ganzen Kopf, woraufhin der Burkaträger die Burka kurzfristig ablegte.

  • Und wie war die Reaktion der Passanten?

Die Reaktionen der Passanten beschränkten sich mit Ausnahme einer interessierten Dame auf Getuschel hinter dem Rücken des Passanten („das ist doch ein Mann, oder?“).

Siehe auch Teil 1

März 20, 2009

Das Interview mit dem Burkaträger

Ich habe nun die Antworten auf meine Interviewfragen bekommen. Ich hoffe, sie können einige der Fragen beantworten, die Ihr euch gestellt habt.

BEGIN Träger

  • Kannst du dich mal kurz vorstellen, wer du bist und was du so machst.

Ich bin erstmal kein Linksextremist, das habe ich auch nie gesagt und ich finde es schlimm das da alle Zeitungen voneinander abgeschrieben haben, aber dazu unter mehr.
Ansonsten bin ich gemäßigter Anarchist und Informatiker. Ich bin schon seit Jahren politisch interessiert aber habe mich immer im Hintergrund gehalten und erstmal zugesehen und mir eine Meinung gebildet.

  • Bist du schon länger aktiv oder war das eine einmalige Aktion?

Ich habe bereits einen Test in Köln gemacht, wo ich zwar seltsam angesehen wurde, es aber ansonsten vollkommen ignoriert wurde. Ansonsten war das die erste Aktion die ich von mir aus gemacht habe, ich habe vorher schon an anderen teilgenommen

  • Was ist die Burka für dich. Ist sie ein Symbol, eine Fessel, ein Schutz, Fremdartigkeit, Witzobjekt?

Die Burka ist erstmal ein Kleidungsstück, ein enorm unbequemes noch dazu. Dann ist sie ein Symbol für die Unterdrückung von Frauen. Und sie ist ein Mittel sich gegen Überwachung zu wehren.

  • Was war das Ziel deiner Aktion?

Als mich die Polizei gefragt hat was ich da mache sagte ich: „Ich möchte die Reaktion darauf testen.“ Das ist soweit richtig, für diesen Tag. Letztendlich ist die Überlegung ob man die Burka mit einem weiteren Symbol belegen kann: Gegen Überwachung.
Letzten Samstag wollte ich testen wie gut das in einer beherrschten Stadt wie München funktioniert und das Fazit ist: solange man sich von extremen Touristen Plätzen wie dem Marienplatz fernhält geht es wunderbar. Ich habe mir überlegt meine Burka bedrucken zu lassen mit der Aufschrift der Tüten vom CCC: „Du wirst videoüberwacht – Ich nicht!“ und „Ich nehme mein Recht auf informelle Selbstbestimmung wahr“ [ref 0]. Mal sehen.
Ich fände es eine gute Sache ein Symbol für Unterdrückung zu einem für Freiheit zu machen.

  • Wie stehst du zu Dingen wie dem Kopftuchverbot (/Burkaverbot)

Ich denke die Regelung die mir aus der Türkei berichtet werden sind da schon ganz gut: Nicht in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Banken…) sonst jeder wie er mag. Ich gehe davon aus das es Frauen gibt die das von sich aus tragen und gut finden, man sollte es ihnen nicht verbieten, aber man sollte denen die unter Zwang leben einen deutlich sichtbareren Schutz bieten. Tatsächlich ist es aber nur Symptombekämpfung, nicht das Kopftuch ist das Problem, jemand anderen dazu zu zwingen eines zu tragen ist es. Diesem Problem ist nur durch kulturelle Arbeit entgegenzutreten.

  • Wie lief die Aktion ab?

Auch in München ist über eine Stunde lang nichts negatives passiert, nicht als ich Geld abgehoben habe, nicht als ich durch den Saturn, Pimkie, Karstadt, Beate Uhse etc. gelaufen bin. Erst als ich den Marienplatz erreichte sind wohl 3 Leute auf mich aufmerksam geworden und, um die Polizistin zu zitieren: „haben fluchtartig den Marienplatz verlassen“ Sie haben daraufhin die Streife auf mich aufmerksam gemacht die mich dann angehalten hat.
Im Allgemeinen wurde die Aktion mit Humor aufgenommen, eine Frau hat sich sehr interessiert mit mir unterhalten warum ich das mache und ob ich glaube das es schon so schlimm ist etc. Von Unmut habe ich eigentlich nichts gemerkt und das mir Leute Beleidigungen oder ähnliches zugerufen haben ist einfach nicht passiert, das hätte ich gemerkt.

  • Wie war der Polizeiauftritt am Schluss.

Harmlos. Die beiden Polizisten waren da professionell. Dem Anlass gebührend vorsichtig haben sie Abstand gehalten als ich die Hände in der Burka hatte um meinen Ausweis zu holen. Dem einen war deutlich anzumerken das ihn die Situation stört, wobei ich nicht spekulieren möchte woran das lag. Die Polizistin war freundlich und professionell distanziert, fand ich sehr angenehm.
Am Ende hat er mich belehrt das ich tun darf was ich getan habe und mir meinen Ausweis wiedergegeben, dann habe ich meine Burka wieder angezogen und bin weiter gegangen, ganz ohne Probleme.

  • Und wie war die Reaktion der Passanten?

Meiner Wahrnehmung nach durchgehend neutral bis gut, zwei Anwesende sind sogar noch während die Polizei vor mir stand vorbeigekommen und haben mir die Hand geschüttelt und „coole Aktion“ gesagt.

  • Gibt es Bilder und Videomaterial?

Ja, einiges, ein Bild hab ich angehängt, das war um ca 12.00 im alten botanischen Garten

burka

Wahrscheinlich, ja. Ich habe mir überlegt einen Blog dazu zu schreiben, aber wenn ich die Aktionen zu öffentlich ankündige verfehlen sie Ihren Zweck. Da ist aber das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Abgesehen davon habe ich bereits auf mehreren Foren im Netz gelesen das andere Leute jetzt ähnliche Aktionen planen, aus sehr unterschiedlichen Gründen, ich gehe also davon aus das weitere Aktionen folgen werden, nicht zwangsläufig von mir ausgehend.

  • Die Tüte & die Medien:

Die Medien haben unterschiedliches und teilweise einfach falsches geschrieben. Besonders schlimm war die SZ, was mich tatsächlich überrascht hat.
Sie schrieb unter anderem: [ref 1]
[...]Bald ist der Burka-Träger von aufgebrachten Passanten umringt[...]
[...]In der Plastiktüte befanden sich seine Einkäufe[...]
[...]Mit der Zeit umringten immer mehr Einkäufer die Gestalt und
brachten „ihren Unmut über diese Darstellungsform zum Ausdruck“[...]
[...]Der Verhüllte wurde heftig beschimpft, ohne darauf zu reagieren[...]
[...]erläuterte den Beamten: „Ich bin Linksextremist.“[...]
[...]„Wir haben ihm erklärt, dass die Kunstaktion einer Einzelperson nicht anmeldepflichtig sei, bei mehreren Personen schon“[...]
-
Was alles nicht richtig ist. Da war keine aufgebrachte Menge die mich umringt hat und ich hatte an dem Tag nichts eingekauft. Weder ich noch meine Begleiter noch das Micro konnte Beschimpfungen oder Unmut feststellen oder aufzeichnen und jeder der mich angesprochen hat auf den habe ich auch reagiert. Zum Linksextremismus habe ich ja oben schon Stellung genommen, das ist einer der Irrtümer wo sich alle Zeitungen einig waren.
Die Belehrung der Polizei sagte in etwa: „wir verbieten Ihnen nicht die Burka zu tragen aber sie sollten bedenken das muslimische Menschen sich dadurch gestört und auch provoziert fühlen könnten“.

  • Trolle und das Netz

Ich habe das Netz in diesen Tagen sehr konträr wahrgenommen. Von einigen sehr positiven und durchdacht-kontroversen Beiträgen abgesehen war das meiste reine Hetze. Das Ziel der Hetze war sehr unterschiedlich, mal ich, mal die Medien, mal der Islam oder die Rechten. Ich denke es war sehr gut das ich erst jetzt etwas dazu sage, denn sonst hätte ich die Reaktionen nicht so „roh“ sehen können, es hat mich und hoffentlich auch andere vieles über die aktuelle Situation gelehrt, was ja auch Ziel dieser Aktion war (Reaktionen testen, nicht nur die der Münchner)

Ref:

  1. http://www.sueddeutsche.de/859380/014/2804857/Mit-Burka-und-Plastiktuete.html
  2. https://berlin.ccc.de/wiki/Bild:tuete.jpg

END Träger
BEGIN Beobachter 1

  • Kannst du dich mal kurz vorstellen, wer du bist und was du so machst.

Ich studiere Computerlinguistik in München und beschäftige mich seit mehreren Jahren u.a. mit allem, was so zum Thema Datenschutz gehört (natürlich auch mit anderen Dingen, aber Rollenspiel, Computer, Musik, Literatur und Subkulturen gehören nicht unmittelbar zum Thema ;)
Die meisten nennen mich Rhalina.

  • Bist du schon länger aktiv oder war das eine einmalige Aktion?

Das war aus meiner Sicht eine einmalige Aktion, weil ein guter Freund
gefragt hat, ob ich als Beobachterin mitgehe.

  • Was ist die Burka für dich. Ist sie ein Symbol, eine Fessel, ein Schutz, Fremdartigkeit, Witzobjekt?

Schwierige Frage – so sehr ich andere Religionen respektiere, symbolisiert die Burka für mich Unterdrückung. Die ursprüngliche Idee mag heute oder vor vielen hundert Jahren Schutz gewesen sein, aber das, was ich davon sehe, stimmt mich unglücklich. Jeder soll natürlich nach seiner Art leben, wenn also Frauen für sich und freiwillig (!!!) entscheiden, dass dies ihr Lebensweg ist, so soll es sein – nur ich kann dem nichts positives abgewinnen. Aber auf keinen Fall sehe ich sie als Witz – ich bin da hin und her gerissen zwischen Respekt vor anderen und meinen negativen Gefühlen, da ist kein Platz für Witz.

  • Wie stehst du zu Dingen wie dem Kopftuchverbot (ich bin hier etwas ungebildet und erweitere es mal um ein Burkaverbot)

Hierzu eine Teilantwort, weil ich noch nicht genügend Informationen gesucht und die Frage noch nicht lange genug betrachtet habe, um eine vollständige zu geben:
Ich denke, dass Kopftücher und Burkas (aber auch Kreuze, Triskeln, Pentagramme, Parteiprogramme, etc.) nichts an Schulen, Kindergärten oder sonstwo zu suchen haben, wo Kinder und Jugendliche frei von religiöser oder parteilicher Prägung unterrichtet, beaufsichtigt o.ä. werden sollten. Im normalen Leben, soll jeder nach seiner Fasson leben, bis er die Freiheit des anderen einschränkt.

  • Was war das Ziel deiner Aktion?

Ich gebe hier einfach mal wieder, was die Aktion für mich bedeutet hat, inwieweit sich das mit der des Durchführenden deckt, weiss ich nicht ;)

Für mich war es ein Test, ob es durch Tragen einer Burka evtl. die Möglichkeit gibt, den wie Pilzen aus dem Boden spriessenden Kameras aus dem Weg zu gehen. [Ich führe hier jetzt nicht alle Fürs und Wieders der Diskussion um Kameras aus - den meisten Lesern hier sollte das bekannt sein]. Daran, was die Leute über die Burka denken könnten (Terror, Religionsschändung), habe ich im ersten Moment gar nicht so gedacht. Es ging wirklich darum, was ich tun muss, um nicht überwacht zu werden – wo sind die Grenzen, wie weit kann/muss man gehen. Natürlich war es für mich als eigentlich aus dem Raum Köln Stammende auch spannend, wie die münchener Bevölkerung und Polizei auf solchen „zivilen Ungehorsam“ reagiert.

  • Wie lief die Aktion ab?

Wir haben uns am alten botanischen Garten getroffen, sind dann irgendwann in Richtung Stachus losgezogen – die Burka immer schön 30m vor uns. Dann wurden verschiedene Stationen abgeklapptert – Geld abheben, Piraten Stand, Saturn, Sexshop, C&A und schliesslich, mit erwartetem Polizeiaufgebot, der Marienplatz.

Ich habe primär die Reaktion der vorbeigehenden Passanten beobachtet
(weil man das in er Burka nicht unbedingt mitbekommt).

  • Wie war der Polizeiauftritt am Schluss.

Eigentlich wie erwartet. Nachdem sie von Passanten aufmerksam gemacht wurden, hat sich die Polizistin eher zurückgehalten, ihr Kollege dagegen wirkte so, als hätte er den Finger am Abzug und wollte unserem Burkaträger dringend ans Leder (konnte aber rechtlich nicht).
Sie haben ihn angehalten und ihm erzählt, dass „3 Passanten den Platz fluchtartig in den Untergrund verlassen“ hätten. Daraufhin eben das komplette Programm – Ausweiskontrolle (natürlich war die Adresse nicht lesbar und man musste nachhaken), Burka ausziehen. Der Polizist hat ihn deutlich drauf hingewiesen, dass er ihn gerne an der Aktion hindern würde, aber nicht dazu in der Lage sei.

  • Und wie war die Reaktion der Passanten?

Also mein Eindruck war ein insgesamt anderer als der, den die Presse vermittelt. Die meisten Leute haben erkannt, dass unter der Burka ein Mann steckt, ihn für einen komischen Vogel gehalten und sich nicht weiter drum gekümmert (z.B. Türsteher/Secutity im Saturn und im Sexshop). Eine Frau hat uns sogar interessiert angesprochen und wollte wissen, was für ein bestimmt hübscher Kerl da unter der Burka steckt ;). Die ersten offensichtlich negativen Reaktionen (die ich bemerkte) gab es am Marienplatz, als die Polizei aufmerksam wurde. Da haben wir, die neben dran standen mit einem älteren Herrn diskutiert, der der Meinung war, dass das nicht ginge und dass man da nach dem Rechten sehen müsse und dass Auskunft vor der Polizei zu leisten das normalste von der Welt sei. Sonst standen ein Haufen Zuschauer dabei (ich glaube die meisten wollten nur sehen, was da passiert). Ein paar Fans hatten wir auch – ein Haufen jugendlicher Metaller, die das Ganze ziemlich cool und immitationswürdig fanden.

Von Leuten in Panik, Angst und Schrecken habe ich nicht viel mitbekommen, aber wie wir dank der Polizei wissen, sind die ja auch panisch in den Untergrund geflohen ;)  - und ich sehe natürlich auch nicht alles.

  • Gibt es Bilder und Videomaterial?

Aye!

Weiss nicht, was der Herr in Burka tun wird, wenn ich gebeten werde, bin ich dabei ;) (ich als Frau würde mich wegen falscher Signale nicht in eine Burka hüllen, dann nehm ich lieber ne braune Tüte aufm Kopf ;)

END Beobachter 1

BEGINN Beobachter 2

  • Kannst du dich mal kurz vorstellen, wer du bist und was du so machst.

Ian, bzw. Dämmergast

  • Bist du schon länger aktiv oder war das eine einmalige Aktion?

Ich bin seit einiger Zeit aktiv. Meistens eher auf Demonstrationen.
Deswegen hab ich auch seit Juni ein Erste-Hilfe und Gewaltpräventions-Projekt mit dem Namen „AuDeSa“ angeleiert. Außerdem versuche ich auch bei meinem Musikprojekt „Klangwelt.Monoton“ immer mehr politische Themen zu verarbeiten, aus dem Bereich Überwachungsstaat, Medienlüge und NWO-Propaganda. Die Aktion mit der Burka war für mich relatives Neuland.

  • Was ist die Burka für dich. Ist sie ein Symbol, eine Fessel, ein Schutz, Fremdartigkeit, Witzobjekt?

Die Burka ist für mich ein religiöses Symbol, dass ich wie die Religion an und für sich respektiere.
Es ist aber auch nützliches Mittel gegen den Überwachungsstaat. Wenn das mit den Kameras so weiter geht, werden Hut, Sonnenbrille und PLO Tuch im Alltag, in der S-Bahn und in der Fußgängerzone nicht mehr ausreichen um sich „unregistriert“ zu bewegen.

  • Wie stehst du zu Dingen wie dem Kopftuchverbot

Ich bin absolut gegen das Kopftuchverbot. Zum einen haben wir in Deutschland Religionsfreiheit (was ich sehr befürworte). Und wenn man mit der Beeinflussung der z.b. Schüler argumentiert, dann müssen auch die Kreuze aus den Klassenzimmern verschwinden. Wenn wir keine Moscheen in Deutschland zulassen, dann müssen wir auch Kirchen und Synagogen einreisen. Und nicht dieses schwammige Lüge von der Religionsfreiheit so lange man Christ ist.

  • Was war das Ziel deiner Aktion?

Das Ziel der Aktion war den Polizei- und Überwachungsstaat zu testen.
Außerdem auch die Reaktion der Bürger. Im Nachhinein war es sogar noch eine gute Methode um die Verdrehung der Tatsachen in den Medien zu berichten. Das ganze war weder ein Studienprojekt, noch war es eine linksextreme Aktion. Das ganze geht ja inzwischen schon soweit, dass wir angeblich alle vermummte Mitglieder der Antifa waren.

  • Wie lief die Aktion ab?

Die Aktion lief sehr friedlich und aufschlussreich ab. Es gab eigentlich keine große Empörung. Hier und da hatten mal einige hinter hervor gehaltener Hand getuschelt, aber eigentlich hat man uns keine große Beachtung geschenkt. Bis auf am Marienplatz eben. Wobei es dort eigentlich eher interessante Gespräche gab. Von der Unruhe, die wir angeblich ausgelöst hatten war nichts zu spüren.

  • Wie war der Polizeiauftritt am Schluss.

Der Eingriff Polizei war ebenfalls sehr friedlich. Der Beamte, der die Überprüfung vornahm wirkte ziemlich gereizt und hätte wohl am liebsten mehr unternommen, wie er unschwer immer wieder durchblicken ließ. Seine Kollegin dagegen schien sogar ein klein wenig amüsiert, wenn auch unsicher gewesen

  • Gibt es Bilder und Videomaterial?

Ja es gibt Videomaterial und Bilder. Das Videomaterial befindet sich aber leider dank Hardwareproblemen immer noch in der Verarbeitungsphase. Immerhin musste alles geschnitten und verkleinert werden. Dazu ist es eher praktisch, wenn man die Personen darauf weitgehend unkenntlich macht.

  • Wirst du die Aktion wiederholen?

Ich bin auf jeden Fall wieder bei einer solchen Aktion dabei.

END Beobachter 2

Anmerkung:

Inzwischen habe ich herausgefunden, wo die Presse überall abgeschrieben hat. Bei keinem Anderem als unserem Freund und Helfer.

Siehe auch:

März 19, 2009

Ich bin nicht verrückt, hier der Beweis

Ich mache hier nicht mit!

März 19, 2009

Kostenfallen im Internet

So, jetzt hat ein Gericht mal zu Gunsten von Anbietern von, ich sage mal, Webseiten mit fragwürdigen Vertragsabschlüssen entschieden.

Das Landgericht Frankfurt ist der Meinung, dass der normale Surfer sich im Klaren sein muss, dass er eine Rechnung bekommen kann, wenn er bei einem Gewinnspiel seine Adresse hinterlässt und diese Information nur nach einer Aktion des Surfers auf dem Bildschirm lesbar ist.

Ergänzung meinerseits; seit wann muss man davon ausgehen, dass man einen Vertrag eingeht, wenn man an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte?

Quelle: Heise (über Lawblog)

Siehe auch:  Musterbrief gegen Internetabzocke, Links zur Internetabzocke

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