Wikipediasperrung: Mail von Die Linke


Wichtig: Landtagswahl in Hessen


Ich hatte eine kurze Mail mit einer Bitte um eine Stellungnahme an Die Linke geschickt nachdem ich von der Sperrung von Wikipedia.de erfahren hatte. Jetzt kam die Antwort:

Guten Tag,
Sie haben sich zum Rechtsstreit  Lutz Heilmann vs. Wikimedia e.V. an uns gewandt. Lassen Sie mich zunächst bitte darauf hinweisen, dass Lutz Heilmann, Mitglied des Deutschen Bundestages, seine Entscheidung weder mit der Fraktion noch mit dem Parteivorstand abgesprochen oder abgestimmt hatte. Uns hat der Vorgang ebenso überrascht wie Sie. Die Fraktion hat sich sofort darum bemüht, eine schnelle Lösung im Sinne aller Beteiligten – auch und gerade im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer von Wikipedia – zu finden. Für DIE LINKE sind Meinungsfreiheit und ein partizipatives Internet ebenso unverzichtbar für eine moderne demokratische Gesellschaft wie es selbstverständlich ist, Persönlichkeitsrechte zu achten. Lutz Heilmanns Versuch einer Konfliktlösung war ein Irrweg. Wir halten Wikipedia für ein wichtiges Informationsmedium und bedauern, dass es zu diesen Turbulenzen gekommen ist.

Nachstehend übersenden wir Ihnen zur Kenntnis eine Pressemitteilung von Sonntag, vom 16. November 2008, 12.59 Uhr.

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Keine weiteren juristischen Schritte gegen Wikipedia

Zur Beendigung der juristischen Auseinandersetzung mit dem Wikimedia e.V.
erklärt Lutz Heilmann:

Nachdem die falschen, ehrabschneidenden und deshalb mein Persönlichkeitsrecht verletzenden Inhalte weitgehend aus dem entsprechenden Artikel entfernt wurden, habe ich gegenüber dem Wikimedia e.V. erklärt, dass ich keine weiteren juristischen Schritte unternehmen werde und die Weiterleitung auf die Wikipedia-Inhalte unter http://de.wikipedia.org wieder geschaltet werden kann.

Wikimedia e.V. kann also ab sofort die Inhalte der freien, nicht kommerziellen Internet-Enzyklopädie Wikipedia wieder über die URL http://www.wikipedia.de zugänglich machen. Ich bedaure außerordentlich, dass durch die von mir beantragte Einstweilige Verfügung des Landgerichts Lübeck die deutschen Wikipedia-Userinnen und -User in den letzten 24 Stunden keinen direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte hatten.

Mir ging es dabei keineswegs um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachen-Darstellung. Der juristische Weg hat sich dafür insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden. Das war nicht meine Absicht. Gemeinsam mit Wikimedia e.V. werde ich nach anderen Wegen suchen, um den offenen und freien Charakter von Wikipedia so weiter auszugestalten, dass Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben.

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Weitere Informationen werden Sie in nächster Zeit auf unseren Internetseiten www.linksfraktion.de und www.die-linke.de finden.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Fehst
DIE LINKE
Leiter der Bundesgeschäftsstelle

Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE Kleine Alexanderstraße 28
10178 Berlin
Tel.:     030 / 24009-515
Fax:     030 / 24009-310
www.die-linke.de

Im Moment ist die Portalseite von Wikipedia.de auf de.wikipedia.org noch nicht wieder aktiv. (Update: die Seite wurde ca 14:00 wieder aktiviert)

Siehe auch meinen ersten Beitrag zu dem Thema. Golem schreibt auch darüber. (2 mal)

8 Responses to “Wikipediasperrung: Mail von Die Linke”

  1. > Im Moment ist die Weiterleitung von Wikipedia.de auf de.wikipedia.org noch nicht wieder aktiv.

    Vor der EV gab es keine solche Weiterleitung – und jetzt auch nicht. Dennoch ist wieder der ursprüngliche Inhalt abrufbar …

  2. @rm
    danke. das war ein fehler, den ich gemacht hatte.
    ich habe nicht mehr daran gedacht, dass es ja keine weiterleitung war sondern eine portalseite. (ich gehe normalerweise immer direkt auf die artikelseite indem ich die url eintippe, ich sehe selbst die hauptseite so gut wie nie)

  3. Ich habe dieselbe Mail auf eine Mail von mir als Antwort bekommen. Zwar irgendwo logisch, daß sie nicht allen individuell schreiben können, haben derzeit sicher ne Menge an der Backe. Aber ich habe in meiner schon aus der Stellungnahme zitiert und erläutert, daß Heilmanns Vorschlag mit dem WMD nach Wegen zu suchen völliger Humbug ist, weil der Verein als solcher keine Befugnisse im Projekt hat. Da ist es schon etwas strange, wenn man als Antwort darauf eben genau das bekommt, was man kritisiert hatte.

  4. @marcus cyron

    wenn ich sehe, wie viele leute sich meinen artikel hier ansehen, kann ich mir vorstellen, dass sie die fragen nicht beantworten können. es ist zwar nicht schön, aber besser ich bekomme jetzt diese antwort als 2 monate später einen persönlichen brief in dem steht, dass vor 2 monaten alles geregelt wurde.
    hoffen wir nur, sie lesen ein paar der briefe auch noch durch.

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