Fordert “Die Linke” Zensur? (Update 1+2+3)


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Die Stellvertretende Vorsitzende der Partei “Die Linke” stellte heute eine Strafanzeige gegen die Wikipedia. Hier der Pressetext von der Webseite der Partei:

Nazis raus aus Wikipedia

Die stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Katina Schubert, stellte Strafanzeige gegen das Internetlexikon Wikipedia wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Sie erklärt:

Wikipedia ist das bekannteste Internet-Lexikon, und es lebt davon, dass jede und jeder seinen Beitrag zur weltweiten Wissensenzyklopädie leisten kann. Seine erfreulich offene Struktur macht „Wiki“ leider auch zu einem wenig kontrollierbaren Einfallstor für rechte und rechtsextreme Ideologien.

Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden.

Meine Anzeige soll die Betreiber zwingen, bei Beibehaltung der offenen Struktur, politische und ethische Standards einzuführen, die es Nazis unmöglich machen, ihren braunen Müll als lexikalisch wertvolles Wissen auszugeben und im Netz zu verbreiten.

Interessant finde ich, dass Frau Schubert die Klage wohl selbst gestellt hat und nicht die Partei. Mal sehen, an wen die Klage genau ging.(* Wir erinnern uns an eine Klage die nach St. Petersburg geschickt wurde und nicht nach St. Petersburg. Damals ging es um den Hacker TRON)

Wie die offene Struktur beibehalten werden soll und gleichzeitig Leute ausgeschlossen werden sollen möchte ich mal wissen. Davon abgesehen, werden gerade durch die offenen Strukturen Prämissen wie der “Neutrale Standpunkt” gewährleistet. (was eigentlich genau das ist, was die Dame fordert, oder glaubt sie, dass eine neutrale Betrachtung nicht ausreichend ist?)

mal sehen, vielleicht darf sich ja der Herr Godwin damit beschäftigen, ist ja bei der Foundation sein Job.

Bei Wikipedistik von Tim Bartel findet man einen schönen Artikel dazu. Scheinbar ist weder beim Verein noch bei der Foundation etwas zu dem Thema eingetroffen, noch wurde das OTRS (der “Heisse Draht” der Wikipedia) kontaktiert.

Noch darüber geschrieben haben z.B. Spreeblick und Mark Seibert, der Mitglied bei den Linken ist und Frau Schubert auch angeschrieben hat und eine Antwort erwartet, die er veröffentlichen will.

Quelle: Golem

Weitere Links: Kugelfisch, Heise, Welt, TAZ, sz-online, tutsi, Handelsblatt, ZDNet, net tribune, Pottblog, Hornemann, CWagner, PCgo, Zeitrafferin, 24Stunden, Reiner Krebs, Schutzalter, Schockwellenreiter, stohl, mein Parteibuch, dapete, …

Update: Laut Golem wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sich zumindest Teile der Partei von der Aktion distanzieren. Heiko Hilker derMedienexperte der Partei fürchtet, dass diese Aktion zu Zensur führen kann. (die Pressemitteilung habe ich leider noch nicht gefunden) -> neuer Artikel von Golem

Update2: Habe gerade von Tim Bartel über Mark Seiberts Blog den Link auf die Pressemitteilung bekommen.

Update3: Inzwischen wird die Sache international bekannt. Reuters hat nen englischsprachigen Artikel. (und in vielen anderen Artikeln weltweit, die ich jetzt aber nicht verlinke, sonst werde ich verklagt, da die alle genau das als Illus nehmen, wegen dem die Klage angestossen wurde)

5 Responses to “Fordert “Die Linke” Zensur? (Update 1+2+3)”

  1. Wie die offene Struktur beibehalten werden soll und gleichzeitig Leute ausgeschlossen werden sollen möchte ich mal wissen.

    So interessiert sind nicht alle Menschen…

    “Wie das technisch funktioniert, weiß ich nicht, muss ich auch nicht wissen”. (Frau Schubert in der taz)

  2. @Tim
    Ich verstehe es schon, wenn man sich für die technische Umsetzung nicht interessiert oder kein technisches Verständnis hat, aber dass es Politiker gibt, die es mit dieser Wortwahl hinausposaunen, wundert mich immer wieder.

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