Ralphs Piratenblog

Onlinedurchsuchung: warum regen wir uns eigentlich so auf?

Veröffentlicht in piraten, politik, sicherheit, software, terrorismus, trojaner, überwachung by piratenblog am April 25th, 2007

Die werden eh schon seid 2 Jahren gemacht ohne, dass was davon gesagt wurde.

Ist doch schön nicht war? Die Bürger werden mal wieder rundum verarscht, oder die Politiker wurden das letzte viertel Jahr auch verarscht und wussten deswegen nicht, dass Otto Schily die Sache schon lange angeleiert hatte.

Zitat der Linkspartei: “Verlogenheit der Bundesregierung, dass sie bislang nach außen hin den Eindruck erwecke, sie suche erst noch nach einer Rechtsgrundlage, aber tatsächlich schon seit zwei Jahren heimliche Online-Durchsuchungen vornehmen lasse”

Gisela Piltz (FDP):”Eine Dienstanweisung ist eine unter keinem Gesichtspunkt geeignete Rechtsgrundlage für Eingriffe in die Grundrechte der Bürger. Geradezu empörend ist die Auffassung der Bundesregierung, ein Eingriff in den Schutzbereich der Unverletzlichkeit der Wohnung liege schon gar nicht vor, jedenfalls nicht so lange der Computer ‘im Garten’ steht. Auch eine Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung sehe man nicht.”
Sie Fordert die Bundesregierung nun “dringend auf, die Maßnahme zumindest so lange auszusetzen, bis die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Online-Durchsuchungen vorliegt sowie die entsprechenden Haushaltsmittel unverzüglich zu sperren”

Das Ganze kam jetzt raus, weil ein Mitglied der FDP ein paar unangenehme Fragen gestellt hat. Aus irgendeinem (mir völlig unerklärlichem) Grund wurde nicht bekanntgegeben, wie viele Onlinedurchsuchungen es schon gab.

siehe: Heise, Golem (von diesen beiden Quellen kommen auch die Zitate hier)

siehe auch: älterer Eintrag zu dem Thema

Bei Fallobst gibt es auch noch einen netten Kommentar. (und ich glaube leichte Spuren von Ironie und Sarkasmus entdecken zu können)

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4 Responses to 'Onlinedurchsuchung: warum regen wir uns eigentlich so auf?'

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  1. [...] @ Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kündigt an, dass er eine Untersuchung gegen die Onlinedurchsuchung starten wir, weil sie gegen die Verfassung [...]

  2. palando said, on April 26th, 2007 at

    “Aus irgendeinem (mir völlig unerklärlichem) Grund wurde nicht bekanntgegeben, wie viele Onlinedurchsuchungen es schon gab.”

    Das liegt doch wohl auf der Hand. Die Jungs wissen genau, dass das illegal war.
    Weil: Dienstanweisung als Rechtsgrundlage?
    Ist doch ein schlechter Witz.
    Und wie Beamte halt so sind, wird alles so lang wie möglich vertuscht und geheim gehalten.

  3. nickpol said, on April 26th, 2007 at

    die wissen schlicht und einfach nicht wieviele sie schon gemacht habe. Das wächst sich schnell aus. :)

  4. 4topas said, on Mai 7th, 2007 at

    Wie viele Online-Durchsuchungen es schon gab.? Nun man kann davon ausgehen das es in 2 jahren mehrere Millionen gewesen sein werden ! Nicht umsonst schweigt man sich ja dazu aus. Gibt man nämlich die exakte Zahl der heimlich und ohne Rechtsgrundlage ausspionierten Computer an…käme es zur Revolte unter den Bürgern. Weil dann wiederum rauskäme, das man “im Kampf gegen den Terror” zuerst mal das eigene Volk als terrorverdächtig einstuft…

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